CELLE. „Das Unglück schreitet schnell“ heißt der neu erschienene Roman von Johannes Böhme, den der Autor am Montag  24. Juni 2019, um 19:00 Uhr im Kreistagssaal Celle, Trift 26, vorstellen wird. Vorab gibt es ein Grußwort von Landrat Klaus Wiswe und eine Einführung von Oskar Ansull. Veranstalter ist die RWLE Möller Stiftung. Eintritt frei.

Er hat als Kind die verstörenden Merkwürdigkeiten der Großmutter in Westercelle nie durchschauen können, deren Marotten und Ängste er anstrengend fand, irrational. Lange nach ihrem Tod liest er die Liebesbriefe, die ein gewisser Hermann aus dem Krieg geschrieben hat. Der letzte stammt aus Stalingrad, Januar 1943. Anhand der Briefe begibt er sich auf eine Reise in die Vergangenheit, folgt den Spuren des Mannes durch kriegsverwüstete Landschaften. Der 1987 geborene Enkel und Autor erzählt von jenem Hermann, dem Lächeln der Großmutter, einer verschwundenen Katze und von den Spuren, die Gewalt hinterlässt. Ein Erzählen, das sich gänzlich – klug und empfindsam – von den üblichen Schilderungen der Kriegserlebnisse und beliebten Literatur über Großmütter abhebt.

Weitere Infos: https://www.jetzt.de/kultur/das-unglueck-schreitet-schnell-interview-mit-johannes-boehme 

oder: https://literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=25529 

Oskar Ansull liest und erzählt aus seinem Buchprojekt „Heimat, schöne Fremde“ am Donnerstag, 27. Juni 2019, um 19 Uhr in der Celler Synagoge, Im Kreise 24. Veranstalter ist die Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V.

Im Mittelpunkt des Abends stehen Salomon Ph. Gans und Karl Geodeke, ein Jurist und ein Literaturwissenschaftler. Salomon Ph. Gans [1788-1843], gebürtiger Celler, besucht die Lateinschule am Ort und wird ein bedeutender Jurist. Karl Goedeke [1814-1887], stammt aus einer einfachen Celler Handwerkerfamilie, ebenfalls Lateinschüler, wird ein Begründer der deutschen Literaturwissenschaft. Beide sind Aufklärer und Männer des deutschen Vormärz. In Celle ist die Erinnerung an sie verblasst. Ansull stellt diese Biographien in den Kontext seiner umfassenden Literaturrecherche im Celler Raum. Deren Schlusspunkt übrigens der soeben erschienene Roman des 1987 geborenen Johannes Böhme („Das Unglück schreitet schnell voran“) ist. Die beiden Veranstaltungen gehören somit zusammen.

 





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