Joscho Stephan Quartett brilliert in Wolthausen

Musik Von Redaktion | am Mo., 13.07.2020 - 21:20

WOLTHAUSEN. Joscho Stephan, dem Meister des Gipsy-Swing, wird es angesichts der malerischen Kulisse unter den Linden des Landgasthofs Wildwasser herzlich egal gewesen sein, dass sein Auftritt wegen der Corona-Auflagen nicht wie geplant im Celler Schlosshof stattfinden konnte. Und auch die mehr als 200 Zuschauerinnen und Zuschauer, die den Weg nach Wolthausen auf sich nahmen, wurden nicht enttäuscht.

Das Joscho Stephan Quartett überzeugte in gewohnter Manier mit Eigenkompositionen sowie Werken von Django Reinhardt über Dean Martin bis hin zu Wolfgang Amadeus Mozart. Bei bestem Wetter bildeten die zahlreichen Klassiker den Rahmen für die eigentlichen Höhepunkte eines Konzerts von Joscho Stephan: seine virtuosen Gitarrensoli. Congenial begleitet von seinem Vater Günther Stefan an der Rhythmusgitarre und Bassist Stefan Berger zeigte Joscho Stephan sein ganzes Können und spielte sich ein ums andere Mal die musikalischen Bälle mit dem nicht minder beeindruckenden Sebastian Reimann an der Geige zu. Kleine aber feine Highlights stellten musikalische Zitate aus bekannten Werken dar, die Stephan nahezu beiläufig und mit schelmischen Schmunzeln in seinen Soli versteckte. Sogar das Martinshorn eines auf der benachbarten B3 vorbeirauschenden Rettungswagens wurde kunstvoll in ein Gitarrensolo integriert – ganz zur Freude des Publikums.

Letzteres ließ, wie schon kürzlich bei Kultur querbeet auf Hof Wietfeldt, die aufwändige Besucher-Dokumentation und die zeitraubende Platzierung nach den notwendigen Corona-Regeln geduldig über sich ergehen. Belohnt wurde es dafür nicht nur mit vorzüglicher Musik, sondern auch mit herrlichem Sonnenschein, vorzüglichen Speisen und dem wunderbaren Ambiente des Landgasthofs Wildwasser.

Trotz dieses gelungenen Konzert-Nachmittags wird Kultur querbeet in der zweiten Jahreshälfte angesichts der Corona-Pandemie wohl nur ein deutlich ausgedünntes Programm anbieten. Veranstalter Carsten Dapper warb in seiner Anmoderation um Verständnis, dass wegen der mangelnden Planungssicherheit und des beträchtlichen Aufwands infolge von Veranstaltungsabsagen und -verlegungen deutlich weniger Konzerte als üblich angeboten würden. Das Publikum zeigte sich verständnisvoll – auch wenn insbesondere dieses Konzert mit Joscho Stephan vor allem eines machte: Lust auf mehr.


 

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