MAINTAL/CELLE. In Maintal bei Frankfurt am Main fanden die Deutschen Schülermeisterschaften der U15 und U18 im Ju-Jutsu statt. Über 350 Kämpfer nahmen daran teil. Der VfL Westercelle war dieses Mal mit vier Athleten vertreten, die sich für diese Deutschen Meisterschaften im Fighting qualifiziert hatten.

Am ersten Tag ging Simon Fukas in der Klasse U18 bis 60 kg an den Start. Nach dem Titelgewinn im Vorjahr, eine Gewichtsklasse tiefer, war auch dieses Mal eine Medaille das Ziel. Im ersten Kampf traf er auf einen Ju-Jutsuka aus Zeitz. Beide hatten sich schon auf vorherigen Turnieren knappe und spannende Duelle geliefert. Es sollte erneut ein spannender Kampf werden, den Simon mit 12:9 für sich entscheiden konnte. Den nächsten Kampf begann Simon etwas unkonzentriert und konnte auch im weiteren Verlauf nicht zu seiner normalen Form finden. Hinzu kamen strittige Entscheidungen der Kampfrichter, die „unerlaubte Techniken des Gegners nicht ahndeten und klare Treffer von Simon nicht zählten“, wie die Celler Sportler bedauern.

Am Ende verlor er 4:6. Jetzt konnte es nur noch um Bronze gehen. Mit Ärger über die Niederlage startete Simon den nächsten Kampf leicht übermotiviert und bekam schnell eine Bestrafung für zu harte Technik. Kaum wurde der Kampf fortgesetzt, machte er den gleichen Fehler und wurde mit der zweiten Bestrafung disqualifiziert. Durch diese Niederlage belegte Simon nur Platz sieben.

Der zweite Tag gehörte den Ju-Jutsuka der Altersklasse U15. Gleich in ihrer ersten Saison in der U15 konnte sich Kristin Raddatz für die Klasse bis 48 kg qualifizieren. Etwas nervös begann sie ihren ersten Kampf und musste schnell einen Punkterückstand hinnehmen. Die Gegnerin aus Limburg konnte immer wieder ihre Reichweitenvorteile nutzen und gewann 13:5. In der Trostrunde traf Kristin auf eine Ju-Jutsuka aus Bocholt. Mit einem schnellen Start holte sich Kristin Punkte im Part 1 (Atemis), ging sofort in Part 2 (Werfen) über und brachte ihre Gegnerin mit Tani-O-Toshi zu Boden. Nach einer erfolgreichen Haltetechnik konnte sie den Kampf vorzeitig gewinnen. Als Nächstes traf sie auf eine Athletin aus Norderstedt. Hier konnte Kristin vor allem mit Atemis Punkte sammeln, gewann nach Punkten mit 8:2 und zog in das kleine Finale ein. Den Kampf um Bronze konnte sie gegen eine erfahrene Athletin aus Wüstems bis zum Schluss ausgeglichen gestalten. Am Ende machte sich jedoch der Kraftunterschied bemerkbar, als es der Gegnerin gelang, Kristin zweimal in Part 3 (Boden) zu halten. 7:5 ging der Kampf verloren und Kristin musste sich mit dem fünften Platz zufriedengeben.

In der Klasse bis 52 kg ging Melissa Chevalier auf Medaillenjagd. Gleich in der ersten Begegnung ging es gegen die Mitfavoritin aus Basdorf. Beide lieferten sich einen engen und spannenden Kampf, den Melissa mit taktischem Geschick 9:7 für sich entscheiden konnte. Im Halbfinale traf sie auf eine Ju-Jutsuka aus Oebisfelde. Melissa begann druckvoll, holte schnell einen Ippon in Part eins und ließ sofort eine Wurfkombination aus Koshi-Guruma (Hüftrad) und O-Soto-Otoshi (Beinstellen) folgen. Mit dem anschließenden Ippon in Part drei war der Kampf nach 19 Sekunden beendet. Das Finale gestaltete Melissa sehr souverän. Gegen eine Kämpferin aus Schwandorf punktete sie schnell mit Atemis. Im Part zwei bewegte sich ihre Gegnerin tief nach vorn gebeugt, was Melissa nutzte, um einen Hikkomi-Gaeshi (Überrollwurf) anzusetzen. Der gelang nicht ganz, dennoch konnte sie die Schwandorferin sofort in eine Haltetechnik zwingen und am Boden den wichtigen Ippon holen. Für den vorzeitigen Sieg benötigte Melissa noch den Ippon im Wurfelement. Nach erneutem Griffkontakt sollte es auch klappen. Dieses Mal gelang der Wurf und der Kampf war entschieden. In ihrem letzten U15 Jahr krönte Melissa ihre erfolgreiche Saison mit dem Deutschen Meistertitel bei diesen Meisterschaften.

In der Klasse bis 57 kg bekam es Marleen Krüger gleich mit der späteren Titelträgerin zu tun. Marleen hatte der Burgkirchnerin nicht viel entgegenzusetzen und musste sich mit Full Ippon (höchste Wertungen in den Parts Atemi, Wurf, Boden) geschlagen gegeben. Im anschließenden Kampf in der Trostrunde versuchte die Cellerin, mit ihrer schnellen Gegnerin mitzuhalten. Sie war gegen die Münchnerin aber immer einen kleinen Schritt zu spät und verlor nach Punkten. Am Ende musste sie sich mit dem siebten Platz zufriedengeben. „Der erste Tag verlief leider nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Umso mehr freuen wir uns über die Ergebnisse des zweiten Tages.“, resümierten die Trainer Alexey Volf und Karsten Sell. Durch die Goldmedaille von Melissa holt der VfL zum dritten Mal in Folge einen DM/DSM-Titel nach Celle.

Text: Karsten Sell

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