CELLE. Die Bundestagsabgeordneten Kirsten Lühmann (SPD), Henning Otte (CDU) und Thomas Ehrhorn (AfD) stellten sich am Donnerstagnachmittag im Rahmen einer Diskussionsrunde den Fragen Jugendlicher. Etwa 260 Schülerinnen und Schüler der Celler Gymnasien und Oberschulen waren in der CD-Kaserne zusammengekommen, um von den Politikern Antworten auf die sie bewegenden Themen  zu erhalten.

In einer kurzen Einführungsrunde erläuterten die Bundestagsabgeordneten, wie sie zur Politik gekommen sind und wo die Schwerpunkte ihrer Arbeit in Berlin und für die Region liegen. Für Lühmann, als ehemalige Polizistin, sind es neben der Verkehrs- und Infrastruktur vor allem soziale Belange, wie Rente, Gleichberechtigung und Chancengleichheit. Neben den verteidigungspolitischen Angelegenheiten ist es aus Ottes Sicht besonders wichtig, das aufzunehmen, was die Menschen bewegt und dies in die politischen Entscheidungen mit einfließen zu lassen – so insbesondere auch bei Umweltthemen. Schon seit seiner Kindheit auf einem Bauernhof sei ihm bewusst, dass die Erde den Menschen nicht gehöre, sondern dass sie nur „geliehen“ sei. Ehrhorns Bestreben ist es, „der Marke ‚Made in Germany‘ wieder zu ihrem ehemaligen Wert zu verhelfen“. Aus seiner Sicht ist das ehemals hervorragende dreigliedrige Bildungssystem im Laufe der Jahrzehnte kaputt reformiert worden.

Die Schüler bewegten vor allem Fragen zur Politikverdrossenheit, zum Lobbyismus,  dem Umweltschutz – hier insbesondere zur Energieversorgung – sowie zur Migrations- und Flüchtlingspolitik. Aber auch die Drogenpolitik und der Umgang mit radikalem Gedankengut wurde hinterfragt. Die Moderatoren, Kai Thomsen (Geschäftsführer CD-Kaserne) und Valerie-Jo Struck (Schülerin des Gymnasiums Ernestinum) führten geschickt durch die Veranstaltung und baten, die Frage aus dem Schülerkreis aufnehmend, die Politiker abschließend um kurze Statements zur Zukunft Europas. Während Ehrhorn eher Bedenken gegenüber einer etwaigen Auflösung der Nationalstaaten und der Gründung eines „europäischen Superstaates“ äußerte, sahen Lühmann und Otte vor allem die Chancen, die die Europäische Union für unser Wertsystem, unsere Freiheit und unseren Wohlstand beinhalte.





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