CELLE. Die Gewerkschaft ver.di kritisiert, dass zwischen Stadt und Landkreis die Zuständigkeiten für die Jugendhilfe neu geregelt würden, aber die Mitarbeiter der Stadt darüber nicht umfassend informiert würden. In einer Pressemitteilung heißt es:
„Nach der Gewerkschaft ver.di zugegangenen Informationen beabsichtigt der neue Celler Oberbürgermeister, die Aufgaben der Jugendhilfe von der Stadt an den Landkreis abzugeben. Die Zeiten und die Modalitäten seien noch unklar, man hört allerdings aus Mitarbeiterkreisen, dass Büroräume beim Landkreis bereits gesucht werden, wo die Stadtmitarbeiter unterkommen können.
ver.di nimmt dies besorgt zur Kenntnis und kritisiert, dass keinerlei politische und fachliche Diskussion stattfindet, sondern nur hinter verschlossenen Türen Weichen gestellt werden, die für die Bürgerinnen und Bürger von Celle weitreichende Folgen haben könnten. ver.di fordert, dass der Personalrat der Stadt, als gesetzliche Interessenvertretung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, bei dieser grundsätzlichen Entscheidung rechtzeitig und umfassend informiert und mit ins Boot geholt wird, wie die Mitbestimmungsgesetze es erfordern.

Es wundert also nicht, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unruhig sind, wenn gar keine öffentliche Diskussion über das Thema geführt wird. Das ausschlaggebende Argument für die Abgabe der Jugendhilfe an den Landkreis sind die Finanzen. Der Oberbürgermeister verspreche sich dadurch Einsparungen für die Stadtkasse. Die fachlich hochwertige Arbeit der Jugendhilfe in Celle wird dabei im schlimmsten Fall von Finanzpolitikern und vom Oberbürgermeister nicht berücksichtigt. Schon 2002 hatte sich die Stadt mit guten Gründen gegen eine Übertragung dieser Aufgabe an den Landkreis entschieden.

Beispielsweise sagte Ratsherr Joachim Falkenhagen schon damals: „Eine Stadt wie Celle sollte sich diese sozialen Gestaltungsmöglichkeiten erhalten“ und die Cellesche Zeitung brachte es am 09.03.2002 wie folgt auf den Punkt: „Bleibt die Stadt Herr über ihr soziales Gewissen oder gibt sie dieses an der Schwelle zur Trift ab?“. Diese Argumente gelten für ver.di heute wie gestern unverändert. ver.di fordert die zuständigen Politikerinnen und Politiker dazu auf, eine öffentliche Diskussion zu starten und die Sorgen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ernst zu nehmen, denn diese beziehen sich vor allem auf die Qualität der bestehenden Arbeitsergebnisse und interessieren daher alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt.“

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