CELLE. Hilfestellung für Migranten funktioniert bei der AWO nicht als Einbahnstraße. Zwei Flüchtlinge und eine in Deutschland geborene Kurdin unterstützen die Mitarbeiter bei sprachlichen Barrieren, aber auch in anderen Bereichen.

Jalal Daoud ist 19 Jahre alt und besucht die BBS II in Celle. Er kam über vier Monate fast jeden Tag nach der Schule zum AWO Kreisverband in der Heese, um die Berater für Migranten und Flüchtlinge als Dolmetscher zu unterstützen. Jetzt muss er sich auf die Schule konzentrieren. Jalal Daoud spricht Kurdisch und Arabisch und beherrscht die deutsche Sprache inzwischen auch schon sehr gut. Er ist mit seinen Eltern und acht Geschwistern aus Syrien nach Deutschland gekommen. „Ich weiß, wie das ist, wenn man auf Hilfe angewiesen ist“, sagt der 19-jährige. Er und seine Familie erleben es selbst, wie schwer es sein kann, sich im deutschen Bürokratiedschungel zurechtzufinden. „Ich unterstütze die AWO bei ihrer Arbeit sehr gern“, sagt er weiter „und ich selbst lerne dabei viel für mein eigenes Leben.“

Mousa Mohammad ist 18 Jahre alt und besucht das Berufliche Gymnasium in Celle. In den Ferien hat er ein unbezahltes Praktikum in der Migrationsberatung beim AWO Kreisverband Celle gemacht. Seine Eltern stammen eigentlich aus Palästina, Mousa
Mohammad ist aber in Syrien geboren und dort aufgewachsen. Im Jahr 2015 flüchtete er als Minderjähriger allein nach Deutschland. Seine Familie lebt noch in Syrien. Mousa Mohammad will Medizin studieren. „Dazu gehören nicht nur gute Noten in allen
Fächern“, sagt er „sondern auch besonders, dass ich die deutsche Sprache perfekt beherrsche.“ Lernen und helfen, das ist die Motivation des 18-Jährigen, die Migrationsberater beim AWO Kreisverband mit seinen Arabischkenntnissen zu unterstützen. „Wenn ich nach der Schule Zeit habe, werde ich auch weiter zur AWO kommen“, sagt er mit einem Lächeln. „Die Menschen dort sind für mich inzwischen wie eine Familie.“

Die 23-jährige Nujin Savgat hat ein viermonatiges Praktikum bei der AWO gemacht und unter anderem auch die Migrationsberater als Dolmetscherin in Kurdisch-Deutsch unterstützt. Ihre Eltern stammen aus Türkei, sie selbst ist in Deutschland geboren. Zu
ihren Aufgaben gehört es auch, das Kreisjugendwerk wieder zu beleben. Das Jugendwerk ist der eigenständige Kinder- und Jugendverbandes der Arbeiterwohlfahrt. Der Schwerpunkt der Aufgaben des Jugendwerks liegt in der Gruppenarbeit mit Kindern
und Jugendlichen. Die Mitglieder des Jugendwerks treffen sich regelmäßig, begleiten Feriencamps, Ausflüge und Veranstaltungen. Dazu gibt es unter anderem die Möglichkeit, eine Jugendleiterausbildung zu machen. Die Mitgliedschaft ist kostenlos und wer sich dafür interessiert, kann sich gern an den AWO Kreisverband Celle wenden.

Mousa Mohammad

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