CELLE. Der Stadtverbandsvorsitzende der Jungen Union Celle, Jannes Müller, fordert neue Denkansätze bei der Ausrichtung der Wirtschaftsförderung in Celle. Neben den großen Arbeitgebern wie der Lebenshilfe, den großen Industrieunternehmen, insbesondere aus der Öl- und Gasförderindustrie, gebe es zwar einige klassische Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor, jedoch seien in Celle praktisch keine Unternehmen ansässig, die sich im IT-Bereich bewegen.

„Aufgrund der fehlenden Variation des Wirtschaftsstandortes, beruht ein großer Teil des Steuereinkommens der Stadt auf den bereits ansässigen Öl- und Gasförderunternehmen. Selbst Firmen, die auf den ersten Blick keine Verbindung zu diesen Unternehmen haben, sind durch Auftragseingänge direkt oder indirekt abhängig“, schlussfolgert Müller.

Ein Ansatz, um diese Abhängigkeit zu bekämpfen, könnte es aus seiner Sicht sein, in Celle eine “echte Gründerkultur” zu implementieren, die in Zukunft neue Arbeitsplätze schaffen könne und für Celle neue Perspektiven erkennen ließe. Als ersten Schritt hierzu könnte sich die Junge Union vorstellen, die Gründung eines Innovationszentrums zu prüfen, das den Gründern Flächen für ihre neue Firma zunächst kostenlos zur Verfügung stellen würde. Ein möglicher Standort für eine solche Einrichtung könne die Hohe Wende sein, auch die Einbeziehung privater Investoren ist aus Sicht der JU denkbar, so Müller.

Werkstätten und Büros könnten den Gründern zunächst für zwei Jahre kostenlos zur Verfügung stehen und für die angehenden Unternehmer zum Ausgangspunkt ihres Unternehmens werden. Die vorliegende Infrastruktur sowie die Nähe zu weiteren Gründern könnten darüber hinaus notwendige Netzwerke und weitere Impulse schaffen, die innovative Ideen beförderten und auf fruchtbaren Boden fallen ließen. Der Kontakt zur Wirtschaft und deren Unterstützung seien zudem elementar, um mögliche Investoren für die Produkte, die möglicherweise im künftigen Startup Centers entwickelt bzw. produziert werden, zu begeistern.

Abschließend ergänzt Müller: „Für ein solches Projekt gäbe es keine Erfolgsgarantie, allerdings könnten wir einen Versuch unternehmen, Celle krisenfest für die Zukunft zu machen und den Erfindergeist der Menschen zu nutzen, um uns in Sachen Innovationsförderung und -findung an die Spitze der Niedersächsischen Wirtschaft zu setzen. Vielleicht werden wir in den nächsten Jahren keine Fachhochschule bzw. eine Universität vorfinden können, dafür aber ein in Celle beheimatetes Innovationszentrum.“

Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.