Jusos Celle kritisieren Aussage des Landrats

Politik Von Extern | am So., 21.06.2020 - 12:12

CELLE. In der vergangenen Ausschusssitzung des Gesundheits- und Sozialausschusses fasste der Landrat ein vorläufiges Resümee zum Verlauf des Coronavirus im Landkreis (CELLEHEUTE berichtete). Die Äußerung, dass die Opfer im Landkreis nicht an, sondern mit Corona gestorben seien, äußern sich die Jusos Celle wie folgt, unzensiert und unkommentiert:  

„Diese Aussage ist ein Schlag ins Gesicht für alle Angehörigen, Freunde und Bekannten der Todesopfer. In dieser Zeit des Trauerns eine solche Anschauung zu vertreten, ist einfach nur menschenverachtend! Denn trotz der hohen Zahl an Menschen mit Vorerkrankungen im fortgeschrittenen Alter, war der entscheidende Faktor doch die Coronainfektion. Lebenszeit kann man mit nichts aufwiegen!“, meint Jill Gorzejewski, stellvertretende Vorsitzende der Jusos Celle.

Eine Relativierung des Coronavirus durch die Krankheitsgeschichte und das Alter der Fälle mit schwerem Krankheitsverlauf bis hin zum Todesfall sei unangebracht und falsch.

„Nach dem Umgang Wiswes mit Nachbarschaftshelfer*Innen, welchen er, bei Nichteinhaltung der Kontaktsperre, Rechtsfolgen androhte, und den aktuellen Äußerungen hinsichtlich der Toten, bin ich zutiefst über das Verhalten des Landrats in der Coronapandemie erschüttert. Es wäre jetzt der Zeitpunkt gewesen, allen Menschen für den solidarischen Umgang untereinander in dieser schwierigen Zeit zu danken, sowie dem Krankenhauspersonal, den Sicherheitsbeamt*Innen, den Verkäufer*Innen und vielen weiteren Personen, welche ihr eigenes Wohl unter das der Allgemeinheit stellen, sowie den gebeutelten Familien Respekt zu zollen und sich nicht nur selbst auf die Schultern zu klopfen“, kritisiert Yannis Naumann, stellvertretender Vorsitzender der Jusos Celle.

Neben der Kritik an der Wortwahl warnt Alexander Pape, Vorsitzender der Jusos Celle, im Angesicht der verkündeten Auflösung des Krisenstabs vor übereilten Entscheidungen: 

„Aufgrund der Tatsache, dass die Corona-Krise noch lange nicht überstanden ist, müssen die Regelungen, insbesondere die Abstands- und Maskenpflicht im öffentlichen Raum, weiterhin eingehalten werden. Wie leicht man in eine Hotspot-Situation zurückfallen kann, zeigen aktuelle Beispiele, wie Göttingen, Gütersloh und Peking.“