CELLE. Der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat kürzlich den Antrag eingebracht, das im Zusammenhang mit dem Planfeststellungsantrag zur Abdeckung der Rückstandshalde in Wathlingen geforderte wasserrechtliche Einvernehmen dem Beschluss des Kreistages vorzubehalten. Zur Begründung verwies der umweltpolitische Sprecher der Fraktion, Gerald Sommer darauf, dass die Einleitung von Niederschlagswässern von der abgedeckten Halde in die Fuhse eine Gefahr für das Grundwasser darstellen würde. Ferner würde das FFH-Gebiet „Allertal bei Celle“ beeinträchtigt, so dass ein „Verstoß gegen das Verschlechterungsverbot“ vorliegen würde.

Dazu äußert sich jetzt das Unternehmen K + S, das den Planfeststellungsantrag als ehemaliger Betreiber des Kalibergwerkes gestellt hat und stellt Folgendes fest:

„1.       Bei dem wasserrechtlichen Antrag geht es nicht um die konkret geplante Benutzung eines Gewässers (hier: Fuhse), sondern um den von der Genehmigungsbehörde geforderten formellen Nachweis, dass nach Abschluss der Haldenabdeckung (in ca. 30 Jahren) nach heutigen Maßstäben eine schadlose Entsorgung der an der Halde gesammelten Niederschlagswässer dauerhaft gewährleistet ist (Machbarkeits-Nachweis).

2.       Dieser Nachweis ist geführt worden und entspricht auch den Anforderungen der einschlägigen Fachdienste GLD und NLWKN.

3.       Die (zukünftige) Verträglichkeit der Niederschlagswässer für die Einleitung in die Fuhse ist Gegenstand eines gewässerkundlichen Fachgutachtens, das das Büro Ecoring im November 2016 erstellt hat. Dort heißt es u.a. (Zusammenfassung S. 48): ‚… Für den betroffenen OWK (= Oberflächen-Wasserkörper) wird das in der WRRL formulierte Verschlechterungsverbot mit hinreichender Wahrscheinlichkeit eingehalten. … Aus den durchgeführten Analysen ist (daher) weiterhin abzuleiten, dass von dem Vorhaben keine zusätzlichen negativen Einflüsse auf das FFH-Gebiet 3021-331 (Aller mit Barnbruch), in das die Fuhse ca. 18 km unterhalb der geplanten Einleitstelle einmündet, zu erwarten sind.‘

4.       Rekultivierung der Halde Niedersachsen und Errichtung einer Baustoff-Recyclinganlage bei Wathlingen ist gem. § 34 BNatSchG mit den Erhaltungszielen des FFH-Gebietes DE 3021-331/FFH-90 ‚Aller (mit Barnbruch), untere Leine, untere Oker vereinbar.‘ (Büro Bosch & Partner, 13.09.2018)

Fazit: Die vom Antragsteller behauptete ‚Gefahr für das Grundwasser im Landkreis Celle‘ sowie die ‚Schädigung des FFH-Gebietes‘ sind also weder aus der beantragten Haldenabdeckung abzuleiten, noch entsprechen sie den sachkundigen Einschätzungen der Fachbehörden, die bei gegenteiliger Sachlage ihre Zustimmung versagen müssten. Im Gegenteil: Abdeckung und Begrünung der Rückstandshalde sind vielmehr eine wirksame Methode, um die Entstehung salzhaltiger Niederschlagswässer zu vermeiden und die Umwelt zu entlasten. Das sollte doch auch im Sinne von Herrn Sommer sein.“



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