WATHLINGEN. In einer Arbeitssitzung haben die Grünen aus der Samtgemeinde Wathlingen, Mar-Heinz Marheine, Marcel Kasimir und Thomas Müller, gemeinsam mit der Fraktionsspitze der Celler Kreistagsgrünen, Annegret Pfützner und Gerald Sommer, folgenden Antrag für den Celler Kreistag formuliert: Der Landkreis Celle gibt ein Gutachten zur Klärung der Versalzung des Grundwassers durch die Wathlinger Abraumhalde der Firma Kali & Salz in Auftrag.

„Die Samtgemeindegrünen gehen davon aus, dass die Wathlinger Abraumhalde am Fuß Kontakt zum Grundwasser hat“, so Thomas Müller, der Ortsverbandsvorsitzende der Grünen. „Meine Ausarbeitungen lassen den Schluss zu, dass sich die Salzfahne von Wathlingen über Nienhagen, Adelheidsdorf, Celle, Hambühren gegebenenfalls bis Wietze erstreckt“, sagt Mar-Heinz Marheine von den Wathlinger Grünen.

Aus Sicht der Kreistagsfraktion der Grünen sei es daher dringend notwendig, ein unabhängiges Gutachten zur Grundwasserversalzung, ihren Ursachen und ihren ökonomischen und ökologischen Folgen, z.B. für die Landwirtschaft, durch den Landkreis Celle zu erstellen, fordern die Fraktionsvorsitzende der grünen Kreistagsfraktion, Annegret Pfützner und ihr Stellvertreter Gerald Sommer. Die Grünen sehen den Landkreis Celle in der Pflicht, ein unabhängiges Gutachten vorzulegen, da seitens des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) bisher keine Aktivität in Richtung Gutachtenerstellung erfolgt sei. „Eine derartige Gewässerverunreinigung ist für den Landkreis Celle nicht hinnehmbar, da der Landkreis sowohl Untere Wasserbehörde als auch Untere Naturschutzbehörde ist“, resümiert der umweltpolitische Sprecher der Kreistagsfraktion, Gerald Sommer.

Im Rahmen des Bergrechtlichen Planfeststellungsverfahrens zur Abdeckung der Kalirückstandshalde „Niedersachsen“ in Wathlingen unterschlage K+S völlig die bestehende und weiter voranschreitende Auflösung der Kalirückstandshalde an der Basis. Das gehe aus den Berichten und Untersuchungen der Firmen Aarhus Geophysics und Fugro Consult GmbH aus den Jahren 2012 und 2015 hervor. Aufgrund von Setzungen des Untergrundes einerseits und der geringen Grundwasserflurabständen andererseits, müssen nach Ansicht der Grünen mindestens zentrale Haldenteile die meiste Zeit im Grundwasser liegen und dort mehr oder weniger ständig durch den Grundwasserstrom abgelaugt werden.

Durch die Dichteunterschiede zwischen Süß- und Salzwasser komme es zu einer Dichteströmung unterhalb der Halde von oben nach unten, die sich seitlich in alle Richtungen ausbreite. Die Ausbreitung der Haldensickerwässer und der versenkten Haldenwässer lasse sich anhand vorhandener Grundwassermessstellen untersuchen. Diese belegten einen sprunghaften Anstieg der Mineralisation im Grundwasser ab etwa 15 m Tiefe (unter Flur). Durch die jahrzehntelangen und bis heute andauernden Salzeinträge in das Grundwasser sei bereits ein massiver Grundwasserschaden eingetreten.

 

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