Kalihalden-Begrünung - Mediation mit Althusmann und Lies

Wirtschaft Von Redaktion | am So., 05.09.2021 - 18:47

WATHLINGEN. Nicht nur auf dem Podium zur Wahl des Samtgemeindebürgermeisters waren sich die sieben anwesenden KandidatInnen einig, dass die beabsichtigte Begrünung der Kaliabraumhalde nicht wie geplant durchgeführt werden können, weil sie mit zu vielen Nachteilen für die BürgerInnen verbunden sei. Einhellig wurde gefordert, Gespräche aufzunehmen.

Auf Initiative des Wathlinger Bürgermeisters Torsten Harms entschied sich der Rat der Gemeinde Wathlingen einstimmig für die Durchführung einer Mediation. Mediator Jan Nicolai Hennemann habe dazu in den vergangenen Monaten Gespräche mit allen Mediaten, denjenigen, die Interessen in dem Begrünungsverfahren haben, geführt. Im Ergebnis stehe jetzt der Auftakttermin zur Mediation fest. Am 28. Oktober 2021 wollen sich alle Verfahrensbeteiligten treffen. Sowohl Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann als auch Umweltminister Olaf Lies haben Ihre Teilnahme an dem Auftakttermin zugesagt.

In der Vorbereitung habe Mediator Hennemann zahlreiche Einzelvorgespräche mit allen Beteiligten geführt, um auszuloten, ob bestimmte Akteure übersehen worden seien. Zum Termin wurden eingeladen:  die beiden Minister Olaf Lies und Dr. Bernd Althusmann, Gerald Höhl (Landkreis Celle), Carsten Mühlenmeyer (Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie), Jörg Makel (Gemeinde Nienhagen), Werner Bakeberg (Gemeinde Uetze), Torsten Harms (Gemeinde Wathlingen), Wolfgang Grube und Stefan Hausknecht (Samtgemeinde Wathlingen), Dr. Frank Niederstadt und Barbara Häring (Anwälte der Gemeinden Nienhagen und Wathlingen), Joachim Bartsch und Holger Müller (Bürgerinitiative Umwelt - Wathlingen e. V), Georg Beu (Bürgerinitiative Umwelt – Uetze), Sigmar Flindt (NaBu Wathlingen), Heiner Lammers (BUND Celle) und  Dr. Barbara Volmert (Kali und Salz AG).

Die Fraktionen aus Uetze, Nienhagen und Wathlingen sowie der Ortsbürgermeister aus Hänigsen, Norbert Vanin, und die Bürgermeisterin aus Adelheidsdorf, Heike Behrens, werden dabei die Möglichkeit haben, als Zuhörer an der Mediation teilzunehmen, damit der Informationsfluss in die Kommunalpolitik gewahrt werde.

„In dem Verfahren werden die Fragen, die die Region besonders berühren, erörtert werden. Dazu gehört die Frage, ob denn grundsätzlich eine Begrünung zur Sicherung des Grundwassers erforderlich ist. Auch müssen die Altlasten in Hänigsen und deren Gefährdung vor dem Stand der Technik neu  bewertet werden“, erklärt Harms. "Die Verkehrsführung des Anlieferverkehrs und die Anlage einer südlichen Anbindung werden ebenso auf der Agenda stehen, wie das Material und die Betriebsführung.“ Nach dem Auftakttermin sollen weitere folgen, da alle Themen sehr komplex seien und daher auch intensiv miteinander erörtert werden müssten.

Was ist eine Mediation? Die Gemeinde erklärt dazu:

"Ziel der Mediation ist es, offene Fragen zu klären und auf dieser Basis eine gemeinsam tragfähige Lösung für die Zukunft zu erarbeiten. Der Dialogprozess wird gut strukturiert und begleitet, dabei darf die Debatte fachlich kontrovers und professionell sowie fair im Umgang geführt werden. Die Auftaktveranstaltung dient dazu, weitere Verabredungen miteinander zu treffen, um den Prozess effektiv und ergebnisorientiert zu führen. Eine Mediation hat klassisch mehrere Phasen, so wird zunächst das gemeinsame Vorgehen in der Mediation erklärt, die Verfahrensbeteiligten schildern die die Ausgangsituationen und Punkte, die einer Erörterung bedürfen. Hiernach werden die Motivlage und Interessen erörtert, um einander zu verstehen. Es schließt sich die Erarbeitung und Bewertung von Lösungsansätzen an bis dann miteinander eine Vereinbarung getroffen wird. Der Mediator hat in allen Phasen eine neutrale Position und soll den Akteuren dabei helfen, die Lösungen selbst zu erarbeiten."