Kalkung im Mieler Wald mit Hubschraubern

Umwelt Von Extern | am Do., 23.07.2020 - 12:05

SCHEUEN/EVERSEN. Die Klosterforsten lassen voraussichtlich ab der ersten Augustwoche 2020 auf einer Fläche von rund 1.800 Hektar Kalk mit Hubschraubern über dem Revier Miele verteilen. Die Waldflächen liegen zwischen Scheuen und Eversen, zwischen der L 240 und der B 191 sowie entlang der B 3 zwischen Wohlthausen und Hassel. Ziel der Waldkalkung sei es, der Versauerung des Bodens entgegenzuwirken und so dessen natürliche Wiederherstellungskraft zu unterstützen.

Die Arbeiten dauern voraussichtlich rund vier Wochen. Sensible Bereiche wie Naturschutzgebiete und geschützte Biotope sind inklusive Pufferzonen bewusst von der Kalkung ausgenommen, weil nährstoffarme Standorte für einige Pflanzen und Insekten kostbaren Lebensraum bieten.

„Wir haben 2019 im benachbarten Revier Niebeck im Landkreis Uelzen gekalkt, nun führen wir diese Kompensationsmaßnahme im Revier Miele weiter“, sagt Constantin von Waldthausen, Leiter der Klosterforsten.
Über dem Wald wird der gemahlene Stein Dolomit ohne Zusätze verteilt. Das Material rieselt aus einem Behälter unterhalb des Hubschraubers auf den Waldboden. Es sei gesundheitlich unbedenklich, könne aber zu einer Verschmutzung der Kleidung führen. An den Haupteingängen zu den entsprechenden Waldstücken werde mit Schildern jeweils auf die laufenden Arbeiten hingewiesen. Das Betreten des Waldes ist dann entsprechend der Sicherheitsvorschriften untersagt.

Das Sinken des pH-Werts im Waldboden könne sich negativ auf das gesamte Ökosystem auswirken. Der naturbelassene Kalk neutralisiere die über Niederschläge eingetragenen Säuren. Die passende Zusammensetzung an Nährstoffen im Waldboden ist Voraussetzung für ein gesundes Wachstum der Bäume und Pflanzen. Außerdem hat der Boden eine Filterfunktion für das Grundwasser.

Waldböden seien unterschiedlich zusammengesetzt und bewachsen, deshalb würden der pH-Wert sowie die Nährstoffzusammensetzung überprüft und Flächen mit hohem Säuregehalt ausgewählt. In diesem Fall handeln die Klosterforsten nach wissenschaftlicher Prüfung des Niedersächsischen Forstplanungsamtes und nach Genehmigung des Landkreises Celle.

Von den Standortfaktoren hängt es ab, ob und wie häufig Waldkalkungen als Kompensation durchgeführt werden. Seit den 1980er-Jahren wird in Deutschland Kalk über Waldflächen verteilt. Damals ermittelten Wissenschaftler hohe Säureanteile im Boden als eine Ursache des Waldsterbens.