Kaltbluthengste lassen Zuschauerherzen höher schlagen

Reitsport Von Extern | am Di., 25.02.2020 - 17:41

ADELHEIDSDORF. Landstallmeister Dr. Axel Brockmann und Dr. Uwe Clar, der erste Vorsitzende des Stammbuches für Kaltblutpferde Niedersachsen e.V., konnten am Sonntag überaus zahlreiche Zuschauer in der stilvoll geschmückten Reithalle in Adelheidsdorf begrüßen. Draußen tobten Wind und Regen, aber drinnen konnte man sich an Kaltblütern, einer schöner als der andere, erfreuen. Unter den Gästen waren auch Landwirtschaftsausbilder aus Südafrika, die derzeit an einem Fortbildungsprogramm an der Nienburger Fachmesse DEULA teilnehmen.

An der Hand und im Freilaufen wurden die Kaltblüter präsentiert. Einige traten später dann noch einmal in spektakulären Schaubildern auf. Den Reigen eröffnete Elton John von Enzo, der auf der Mutterseite das Blut des CF Antigon führt. Ungemein präsent, mit hervorragenden Grundgangarten und später als absolut zuverlässiger Partner vor der Traberkarre eroberte er die Gunst der Kaltblutfans im Sturm. Dieser ausdrucksstarke Hengst ist bei Dirk Morkötter in Osnabrück beheimatet.

Auch die vier Füchse des Landgestüts wussten sich gut in Szene zu setzen, besonders in der Azubiquadrille. Punktgenau und korrekt stellten Alexander Clar, Svenja Späth, Laura Rublach und Louise Wedekind ihre Blondschöpfe vor. Achenbach v. Antonio wird auch in diesem Jahr den Züchtern bei Reinhard Rausch in Waldeck zur Verfügung stehen. Hilarius v. Higgins und Edwin II v. Erdinger Gold, ein absoluter Sympathieträger bleiben auf Station in Celle. Die Neuerwerbung Orlan v. Olympus wird Gestütsoberwärter Jan Bogun zwecks weiterer Ausbildung mit auf Station nach Nordhorn nehmen.

Jan Bogun, im Landgestüt für die Kaltbluthengste zuständig, hatte sich für die Hengstpräsentation etwas ganz Besonderes ausgedacht. Selbst im Sattel des braunen Harry v. Heidjer II sitzend, hatte er Ralf Finkes (Frankenau) Landmesser v. Louis in der zweifachen Fahrschule vorgespannt. Im Anschluss setzte er noch einen drauf und spannte Edwin II noch vor Landmesser. Fuchs, Braunschimmel und Brauner –ein wunderschönes Schaubild, dass auf Anhieb klappte.

Neben seinem imposanten Hadriansohn Highlander hatte Jan zum Berge, Bad Fallingbostel, auch ein Hengstfohlen vom Januar mitgebracht, so dass Highlanders Vererberkraft gleich dokumentiert wurde. An der Seite seiner schönen Fuchsschimmelmutter Rosalie v. Exakt wusste der Kleine sich schon sehr schön in Szene zu setzen.

Mit Valegro v.Veron-Rio sah man eine, in Niedersachsen eher seltene Rasse. Dieser traumhafte, bewegungsstarke Dunkelfuchs mit hellem Behang im Besitz der Familie Oltmanns, Moormerland, ist ein Vertreter des süddeutschen Kaltblutes und wird in diesem Jahr auch im Süden auf Station gehen. Dr. Norbert Solinski, Bremen, hatte mit Calvaro v. Clair Val-DÁnjou und dem selbst gezogenen Esprit v. Eldorado zwei Freiberger mitgebracht, die sich ansprechend im Freilauf präsentierten.

Ein besonderes Schaubild erwartete die Zuschauer am Ende - Ringstechen mit den „Rittern des Kaltblutordens“. Jan zum Berge mit seinem Highlander, Sattelmeister Eirik Erlingsen mit Hilarius und Cord Rinne mit seiner Halina traten im Wettkampf an. Gewaltig und doch behände, so donnerten die Reiter durch die Bahn, bis nach mehrmaligem Ringstechen Jan zu Berge den Sieg davontrug und die Gunst des Burgfräuleins (seines perfekt verkleideten Sohnes Kilian) erreichte. Viel zu schnell war die Schau vorbei, man hätte diesen wundervollen Pferden noch lange zuschauen können und so traf man sich im Zelt abschließend noch zu einem gemütlichen Klönschnack bevor es sturmumtost auf den Heimweg ging. Man darf sich jetzt schon auf eine Fortsetzung der Hengstschau in zwei Jahren freuen, denn im nächsten Jahr haben die Kaltblüter ihre großen Auftritte auf der grünen Woche in Berlin.

Text: Marianne Schwöbel