Kaltblutpower in Celles Hengstprüfungsanstalt

Sport Von Redaktion | am Do., 28.02.2019 - 12:39

ADELHEIDSDORF. Traumwetter, Traumhengste, Zuschauermassen - damit ist die Kaltbluthengstschau, die zum zweiten Mal in den Hallen der Hengstprüfungsanstalt in Adelheidsdorf stattfand, kurz umrissen. Landstallmeister Dr. Axel Brockmann begrüßte als Hausherr die zahlreichen Gäste und bekräftigte, wie sehr er sich über das große Interesse an den Kaltblütern freue.
Mit der Vorstellung an der Hand begannen die rheinisch deutschen Kaltblüter, zehn an der Zahl, fachkundig kommentiert vom ersten Vorsitzenden Stammbuch Kaltblutpferde Niedersachsen e.V., Dr. Uwe Clar. Beim Freilaufen konnte man sich so recht ein Bild machen, welche Power in diesen starken Rössern steckt. Frisch gekört, zeigten Stephan und Sandy Daut, Kittelsbach, ihren Otto-Sohn Obstler. Auch den Vater Otto hatten sie mitgebracht. Im Prunkgeschirr als Holzrücker mit eisernen Nerven, den noch nicht einmal eine Kettensäge schreckt, so begeisterte dieser typstarke Hengst das Publikum.

Neben ihrem eigenen, großrahmigen Hengst Highlander zeigte Familie zum Berge, Bad Fallingbostel, zudem ein junges vielversprechendes Hengstfohlen des Otto. Neben Highlander hatte Otto im letzten Jahr auf der Station in Bad Fallingbostel für Nachwuchs gesorgt. Ebenfalls bei Dauts beheimatet ist der Condor II Sohn Carol von Söhre. Jakob Degenhardt im Sattel sorgte bei seinen Erklärungen der „modernen“ Dressurreiterei für manche Lachsalve und Carol machte als Big Haflinger eine gute Figur. Neben dem Braunschimmel Landmesser v. Louis stellte Ralf Finke, Frankenau mit Arminius III v. Adonis einen weiteren Braunschimmel vor. Franzi Dehn und Sabine Trachte stellten die Hengste in einem ansprechenden Pas de deux vor.

Wie die Junghengstausbildung im Landgestüt Celle aussieht, demonstrierte der frisch gebackene Pferdewirtschaftsmeister Jan Bogun mit Celles Neuerwerbung Edwin II v. Erdinger Gold. Die Landbeschäler Achenbach v. Antonio, Harry v. Heidjer II und Hilarius v.Higgins wurden von den Lehrlingen Carolin Arning, Merle Mohrmann und Luise Wedekind in einer Quadrille vorgestellt. Der Vierte im Bunde dieser Quadrille war Bundesprämienhengst Strolch v. Saturn, ein Bild von einem Schleswiger Fuchs! Jona John stellte diesen schicken Dunkelfuchs sehr ansprechend vor.

Fünf Schwarzwälder Füchse konnte man begutachten. Aide Bartels aus Wangelnstedt zeigte den dreijährigen Flintstone v. Feuerstein an der Hand. Der junge Hengst wird vermutlich im Herbst bei der Leistungsprüfung genauer betrachten werden können. Don Olewo v. Donnergroll und Moritz B v. Moritz hatte Ralf Bartels, Katensen, angespannt. Sohn Jonas nahm auf dem Bock des Einspänners Platz und ließ Mentor v. Moreno davor sogar galoppieren. Bei der Leistungsprüfung hatte Marivic Bartels ihren Ratin v. Ravel sehr gekonnt und mit viel Vertrauen vorgestellt. Das setzte sie nun im Sattel dieses Hengstes fort. Beide boten ein absolut harmonisches Bild.

Bei Adelheid Rohlfs in Kirchdorf stationiert sind die Freiberger Dixan v. Diger und Erzo von Erxhard. Beide verkörpern ursprüngliche Linien und wussten mit überdurchschnittlichem Gangpotential zu punkten. Esprit DNS, ein 2012 geborener Eldoradosohn wurde von Kathrin Kosalinski sehr ansprechend dressurmäßig vorgestellt. Er steht den Züchtern bei Dr. Norbert Solinski in Bremen zur Verfügung. Nach zweieinhalb Stunden Kaltblutschau war man sich  einig: Nach der Schau ist vor der Schau und so darf man sich auf eine Neuauflage in 2020 freuen.

Text: Marianne Schwöbel