Kandidatenreigen für Escheder Bürgermeisterwahl komplett

Politik Von Anke Schlicht | am Mi., 10.03.2021 - 15:59

ESCHEDE. Als „Gegenentwurf zu einem typischen Verwaltungsmenschen“ bezeichnet Klaus Drögemüller den Kandidaten der „Bürger für Eschede“ (Büfe). „Er erfüllt all unsere Kriterien“, sagt Hubertus Bühmann über den von der CDU unterstützten Bewerber für die Wahl zum Bürgermeister der Gemeinde Eschede.

Eigentlich hätten Drögemüller und Bühmann über ein- und dieselbe Person sprechen sollen. Denn CDU, FDP und Büfe hatten sich im vergangenen Jahr zu einem „Suchbündnis“, wie sie es bei der heutigen Präsentation nannten, zusammengeschlossen. Gemeinsam suchten sie per Video im Internet deutschlandweit nach Kandidaten. Doch nun stellt Büfe Heinrich Lange vor und die CDU Jan Thomas. Sowohl der eine wie der andere ist parteilos. „Es war ein Experiment“, sagt Drögemüller rückblickend über die Aktion im Netz. Um den waschechten Escheder Lange zu finden, hätte man sicher nicht in der gesamten Republik Ausschau halten müssen, und auch für Jan Thomas ist Eschede seit jeher ein Begriff. „Ich bin ein Kind des Landkreises“, sagt Thomas über sich, er ist in Hambühren aufgewachsen, verließ die Region, um Stadtplanung und -entwicklung zu studieren, und kehrte 2016 zurück. Als Leiter des Fachbereiches Bauen und Umwelt ist er in der Berger Verwaltung tätig.

„Er hat 40 Leute unter sich“, berichtet Hubertus Bühmann über den 35-Jährigen Thomas und macht damit sowohl die unterschiedlichen Ansätze des gespaltenen Bündnisses als auch den Grund, weshalb man sich nicht auf eine Person einigen konnte, deutlich. „Ich werde Teil einer Mannschaft sein, wir sind als Büfe eine offene basisdemokratische Truppe“, umschreibt Heinrich Lange seine Vorstellung von dem angestrebten Posten. Er ist 50 Jahre alt, hat Elektrotechnik studiert und arbeitet seit dreizehn Jahren bei der Celler Firma Baker Hughes. „Er ist ein Mann mit Bodenhaftung, verfügt über die Begabung, auf Menschen zuzugehen. Das war uns wichtiger als professionelle Verwaltungs-Erfahrung“, erläutert Drögemüller, während Jan Thomas in der kurzen Vorstellungsrunde betont: „Ich bin verwaltungserfahren und gut vernetzt im Landkreis. Ich kenne die Menschen, mit denen wir in Kontakt treten müssen, um Eschede voranzubringen.“

Führungsqualitäten waren ein zentrales Kriterium des ursprünglichen Anforderungsprofils, als man noch gemeinsam suchte. Indes schärften Drögemüller und seine Mitstreiter das Profil nach, analysierten den gegenwärtigen Zustand: „Bürgernähe fehlt am meisten; die Verwaltung hat sich ein Stück weit entkoppelt von den Bürgern. Die Leute haben wachsende Sehnsucht nach jemandem, den man anfassen kann“, präsentiert das frühere Mitglied der Escheder Verwaltungsriege Drögemüller das Ergebnis der vertieften Überlegungen.

Doch auch Jan Thomas strebt an, die Einwohner an den Entscheidungsprozessen teilhaben zu lassen. „Man muss bürgernah sein“, betont er und wirft mit einem Satz, der auch für seinen Mitbewerber gelten dürfte, einen Blick in die Zukunft: „Ich möchte als Bürgermeister für alle das Beste erreichen.“

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