BONN/NIENHAGEN. Eins muss man der Telekom lassen: sie ist bemüht. Was das in einem Zeugnis bedeutet, weiß man allerdings auch. Eigentlich möchte die Larentius-Kirchengemeinde in Nienhagen einfach nur telefonieren können. Der Telefon-Anbieter scheint das paradoxerweise nicht ermöglichen zu können (CelleHeute berichtete). Auf unsere Nachfrage hin reagierte das Unternehmen schnell. Sprecher Dirk Becker versprach nur einen Tag später wenigstens eine Übergangslösung: Eine Rufumleitung und ein Surfstick sollten das Pfarramt wenigstens vorübergehend wieder mit der Außenwelt verbinden – doch aus daraus wurde nichts.

„Wir bedauern die Unannehmlichkeiten von Herrn Schmidt-Seffers und der Mitarbeiter des Pfarramts und können die Verärgerung nachvollziehen“, versichert Becker. „Leider ist die Umstellung auf die IP-Telefonie aufgrund eines Systemfehlers nicht wie geplant verlaufen. Wir bemühen uns mit Hochdruck, die Umstellung abzuschließen, können aber noch nicht genau sagen, wann dies der Fall sein wird.

Unser Kundenservice hat mit Herrn Schmidt-Seffers Kontakt aufgenommen und zum einen gestern Morgen [Donnerstag, 27.7., Hinweis der Redaktion] eine Rufumleitung initiiert und zum anderen einen Surfstick zur Verfügung gestellt, so dass die Mitarbeiter des Pfarramtes wieder telefonisch erreichbar sind und die Möglichkeit haben, das Internet zu nutzen.“

Doch dem ist leider nicht so – nach nunmehr über zwei Wochen kein Telefon, kein Internet, keine Emails. Wie die Leser unserer Facebook-Ausgabe mitteilen, ist das Pastoren-Ehepaar mit dem Problem nicht allein. Ebenfalls in der Dorfstraße hat beispielsweise Tanja Rother das gleiche Problem. „Inzwischen haben wir beim Nachbarn angeschlossen“, berichtet die Leserin. Die Telekom habe ihr sogar zu einem anderen Anbieter geraten. Siegmund Janzen Siegmund habe bisher fünf Mal bei der Hotline angerufen: „Jedes Mal war ein anderer Mitarbeiter am Telefon, weil das Gespräch mittendrin unterbrochen wurde.“

Erklärungsversuch der Telekom: „Wir sind in Sachen Service noch nicht am Ziel, aber auf einem guten Weg. Wir haben rund sechs Millionen Anrufe und fünf Millionen schriftlichen Kontakte (Briefe, E-Mails, Faxe) pro Monat: Beratungen, Verkaufsgespräche, Beschwerden. Unser Anspruch ist es, jeden Kunden zufrieden zu stellen. Dafür werden unsere Mitarbeiter fortlaufend und intensiv geschult. Grundsätzlich wird unserem Kundenservice ein gutes Zeugnis ausgestellt. So haben wir bei der Stiftung Warentest als Testsieger abgeschnitten. Die Kompetenz und Erreichbarkeit unserer Hotlines wurden ausdrücklich gelobt.“

Es mag motivierend sein, sich mit schlechteren Anbietern zu messen – das Problem an sich wird damit jedoch nicht gelöst.

Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.