HANNOVER. „Mehr Grund zum Jubeln mit unserem besten Kundenservice aller Zeiten – Aktuelle Preisinformation“ – so die Überschrift eines Kundenanschreibens der Fuxx – Die Sparenergie GmbH. Was als Werbung für guten Kundenservice daherkommt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Ankündigung einer Preiserhöhung. Auch den Hinweis auf das Sonderkündigungsrecht muss der Verbraucher erst suchen. Wegen dieser intransparenten Kundeninformation hat der „Marktwächter Energie für Niedersachsen“ der Verbraucherzentrale geklagt. Mit Erfolg: Fuxx darf Anschreiben dieser Art nicht mehr verwenden.

Energieversorger müssen ihre Kunden transparent und verständlich über beabsichtigte Vertragsänderungen und Preiserhöhungen informieren – so sieht es das Gesetz vor. „Davon kann bei dem von Fuxx im Vorfeld der Fußball-EM 2016 verschickten Kundenanschreiben keine Rede sein“, erklärt Tiana Preuschoff, Energierechtsexpertin im Projekt Marktwächter Energie der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Die Überschrift gebe keinen Hinweis auf die beabsichtigte Preiserhöhung und die Einleitung thematisiere lediglich die Europameisterschaft sowie den verbesserten Service des Energieversorgers. „Erst zwei Absätze weiter erfährt der aufmerksame Leser, dass die Preise um mehr als 30 Prozent steigen sollen“, so Preuschoff. Auch die grafische Gestaltung weise eher auf ein Werbeschreiben als auf eine wichtige Kundeninformation hin. So sei das Schreiben von bunten, Fußball spielenden Füchsen eingerahmt.

Ein weiterer Kritikpunkt: Auf das bei Vertragsanpassungen gesetzlich vorgeschriebene Sonderkündigungsrecht wird erst im letzten Absatz unter der Überschrift „Wir sind für Sie da“ hingewiesen. „Insgesamt drängt sich der Eindruck auf, dass Kunden bewusst von dem eigentlichen Inhalt des Schreibens abgelenkt werden sollen“, so die Rechtsexpertin. Dieser Einschätzung ist auch das Landgericht Hamburg gefolgt. Es sieht in dem Anschreiben einen eindeutigen Wettbewerbsverstoß und verbietet der Fuxx – die Sparenergie GmbH, es weiter einzusetzen.

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