CELLE. „Wie konnte so etwas passieren?“, fragte kürzlich die AfD, als sie erfuhr, dass in vielen Celler Kitas beim Mittagessen-Angebot auf Schweinefleisch verzichtet wird und sah hier „ein Zeichen von falsch verstandener Toleranz“ gegenüber Muslimen. Zu dem Thema hat sich jetzt auch die Vorsitzende des Schul-, Sozial- und Integrationsausschusses, Inga Marks (SPD)  zu Wort gemeldet. Sie stellt klar, dass der Verzicht auf Schweinfleisch in den Einrichtungen eine mehrheitlich getroffene Entscheidung gewesen sei und schreibt:

„‚Oberstes Ziel muss eine gesunde und ausgewogene Ernährung sein.‘ Zitat Antrag der AfD im Rat. Das sagt eigentlich schon alles und genau aus unter anderem diesem Grund hat sich die Mehrheit der Eltern in KITAs und einigen Grundschulen der Stadt für eine schweinefleischfreie Kost entschieden. Dieser Antrag ist meines
Erachtens überflüssig wie ein Kropf und zielt nur auf die Diskriminierung der Menschen hin, die Schweinefleisch in ihrer Kost meiden oder gar ablehnen. Verzicht auf Schweinefleisch bedeutet nicht gleichzeitig, Moslima oder Moslem zu sein, denn als aufgeklärte, sich gut informierende Bürgerin verzichte ich beispielsweise aus
gesundheitsrelevanten, emissions-, ethischen und tierschutzrechtlichen Gründen auf Schweinefleisch und genauso entscheiden viele Eltern, die ihren Kinder einen verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln vermitteln möchten, auch. In öffentlichen Einrichtungen zählen die demokratischen Mehrheitsbeschlüsse, zu
Hause kann jeder so viel Schwein essen, wie er möchte. Mache ich übrigens auch, denn über die Qualität entscheide ich und esse deshalb Wildschwein.

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