Neues Kindertagesstättengesetz: Mehr Berufsgruppen als Betreuungspersonal

Politik Von Redaktion | am Di., 09.03.2021 - 18:33

HANNOVER. Die Niedersächsische Landesregierung hat in ihrer Kabinettssitzung heute den „Gesetzentwurf zur Neugestaltung des niedersächsischen Rechts der Tageseinrichtungen für Kinder und der Kindertagepflege“ zur Einbringung in den Landtag freigegeben. Mit dem neuen Gesetzentwurf sollen "aktuelle Qualitätsstandards und die dauerhafte Finanzierung der Kindertagespflege landesgesetzlich festgeschrieben werden", so die Landesregierung. Hiermit werde das erklärte Ziel der Landesregierung, Kindertagesstätten mit bestimmten Qualitätsstandards zu etablieren, weiterverfolgt.

Darüber hinaus solle der gesetzliche Fachkräftekatalog des pädagogischen Betreuungspersonals erweitert werden. So sollen dem Entwurf nach auch die folgenden Berufsgruppen als pädagogische Fachkräfte erfasst werden:

-  staatlich anerkannte Kindheitspädagoginnen und staatlich anerkannte Kindheitspädagogen,

-  staatlich anerkannte Sozialpädagoginnen und staatlich anerkannte Sozialpädagogen,

-  Absolventinnen und Absolventen pädagogischer Studiengänge mit Diplom-, Bachelor- oder Masterabschluss mit frühkindlichen Studienanteilen von 80 Credit-Points nach einjähriger hauptberuflicher praktischer Tätigkeit in einer Kindertagesstätte,

-  Lehrkräfte mit der Befähigung zur Ausübung des Lehramtes an Grundschulen für die Tätigkeit in Hortgruppen,

-  staatlich anerkannte Heilpädagoginnen und staatlich anerkannte Heilpädagogen sowie

-  staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerinnen und staatlich anerkannte Heilerziehungspfleger.

Laut Kultusminister Grant Hendrik Tonne könne so Personal mit pädagogischer Vorbildung leichter in Kindertageseinrichtungen als pädagogische Fachkräfte eingestellt werden. Eine Öffnung für andere pädagogische Professionen würde die Möglichkeiten zur Personalgewinnung steigen. Der Änderungskatalog im neuen KitaG sei ein aktiver Beitrag, um den Fachkraftmangel abzumildern und damit eine qualitätssteigernde Maßnahme. Neu aufgenommen wurde auch eine Landeselternvertretung (LEV) der niedersächsischen Kindertageseinrichtungen.     

"Der jetzige Entwurf für ein neues KiTaG markiert einen ersten wichtigen Schritt zur Qualitätsverbesserung in den Einrichtungen. Dieser folgt auch der Devise, jetzt schnellstmöglich umzusetzen, was unter den gegebenen Umständen möglich ist", so die Landesregierung. Es bleibe erklärtes Ziel, die Betreuung der Kinder in Niedersachsen stetig weiter auszubauen und die Qualität der Betreuung weiter zu verbessern.

Seit 1993 regelt das Gesetz über Tageseinrichtungen für Kinder (KiTaG) landesweit einheitliche Mindestanforderungen an die Strukturqualität von Kindertageseinrichtungen in Niedersachsen. Damit werde gewährleistet, dass Kinder in Niedersachsen strukturell ähnlich ausgestattete Bildungsangebote in Kindertageseinrichtungen vorfinden, unabhängig von ihrem Wohnort oder der besuchten Einrichtung. Der jetzt in den Landtag eingebrachte Gesetzentwurf soll nach dem Wunsch der Landesregierung zum 1. August 2021 in Kraft treten.

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