CELLE. Am Sonntag, dem 11. März 2018, werden in den evangelischen Kirchengemeinden Niedersachsens neue Kirchenvorstände gewählt. Aus dem Landkreis Celle sind rund 69.000 Mitglieder der ev.-luth. und der ev.-ref. Kirchengemeinden aufgerufen, sich in möglichst großer Zahl daran zu beteiligen. Heute gab der Kirchenkreis Celle Einblicke in die Vorbereitungen zur Wahl und informierte über Neuerungen beim Wahlverfahren.

Neu bei der in den lutherischen Gemeinden alle sechs Jahre stattfindenden Wahl ist in 2018 die erstmals parallel dazu stattfindende Wahl in den reformierten Gemeinden. „Bei uns wurden die Wahlen um ein Jahr vorgezogen, damit wir Synergieeffekte nutzen und gemeinsam mit den lutherischen Kirchengemeinden eine Kampagne durchführen können“, erklärte Dr. Andreas Flick, Pastor der ev.-ref. Kirche in Celle. So wurden unter anderem statt der sonst üblichen schlichten Karte, Wahlbenachrichtigungen in ansprechenderer und farbenfroher Optik versandt, um die Aufmerksamkeit möglichst vieler Menschen gewinnen und diese motivieren zu können, sich an der Wahl zu beteiligen.

Die Superintendentin des Kirchenkreises Celle, Dr. Andrea Burgk-Lempart, wies noch einmal darauf hin, dass zum ersten Mal Jugendliche ab 14 Jahren mitwählen dürfen. (In der reformierten Kirche ist dies grundsätzlich ab der Konfirmation möglich.) „Wir möchten mit der Wahl auch das demokratische Bewusstsein der Menschen vor Ort stärken. Daher ist es uns wichtig, dass viele ihre Stimme abgeben“, sagte die Superintendentin. Der Kirchenvorstand als Leitungsgremium der Gemeinde entscheide über Dinge wie Finanzen, Personal oder auch die Gebäude der Kirche vor Ort. Insofern habe man über die Kirchenvorstandswahlen Möglichkeiten der Mitwirkung, die man nutzen sollte.

236 Kandidaten im Alter von 19 bis 78 Jahren stellen sich für die 172 zu wählenden Vorstandsämter in den 30 ev.-luth. Kirchengemeinden und der einen ev.-ref. Kirchengemeinde im Kreis Celle zur Wahl. Sieben Kirchengemeinden haben sich dazu entschlossen, das in 2018 neu zur Verfügung stehende Briefwahlverfahren zu nutzen. Die Stadtkirchengemeinde ist eine von ihnen. „Wir machen das zur Erprobung und schauen, ob wir dadurch die Wahlbeteiligung erhöhen können“, erläuterte Burgk-Lempart. Selbstverständlich könne aber jeder, der gern vor Ort wählen möchte, dies auch tun. Generell könne am Sonntag nach dem Gottesdienst zur Wahlurne gegangen werden. Genaue Zeit- und Ortsangaben, wann und wo man seine Stimme abgeben kann, finden sich auf den Wahlbenachrichtigungen, die alle Mitglieder der jeweiligen Kirchengemeinden erhalten.

Die Anzahl der abzugebenden Stimmen variiert von Gemeinde zu Gemeinde. Je nach Größe der Kirchengemeinde sind mehr oder weniger Vorsteher zu wählen. Alle wichtigen Informationen hierzu finden sich auf den Wahlzetteln. Erste Wahlergebnisse wird es in den Gemeinden ab Sonntagabend geben. Man darf gespannt bleiben, ob die Wahlbeteiligung, die zuletzt nur bei 16 bis 17 Prozent lag, durch die Neuerungen ansteigen wird.

Text: Angela Siems

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