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Hermannsburgerin wird Direktkandidatin der SPD für Bundestagswahl

Klares Votum für Kirsten Lühmann

12.02.2017 - 12:00 Uhr     zaulick    0
Glücklich über das Wahlergebnis: (von links) Maximilian Schmidt, Kirsten Lühmann, Dirk-Ulrich Mende und Olaf Lies.

BERGEN. Ein klares Votum gab es gestern für Kirsten Lühmann, die damit als Direktkandidatin der SPD im Wahlkreis Celle-Uelzen in den Bundestagswahlkampf zieht. 113 von 120 der im Stadthaus Bergen anwesenden Delegierten der SPD-Ortsvereine hatten in geheimer Wahl für die Hermannsburgerin gestimmt. Andere Bewerber um die Kandidatur hatte es nicht gegeben. Wir berichteten live vor Ort in unserer Facebook-Ausgabe.

Lühmann hatte zuvor die Schwerpunkte ihrer bisherigen Arbeit – sie ist seit 2009 im Bundestag – skizziert und ihre Ziele vorgestellt. Sie wolle Politik machen „für Menschen, die schon immer hier gelebt haben, aber auch für die, die neu dazugekommen sind“, so die 52-Jährige. Dabei gelte es von Seiten der Politik, nicht nur zu informieren, sondern mit den jeweils Betroffenen das Gespräch zu suchen und ihre Ideen und Anliegen einzubeziehen. „Die Menschen müssen merken, dass sie etwas verändern können.“

Feierte in Bergen Premiere: Das “Bewerbungsvideo” der Kandidatin:

Bei vielen Themen, zum Beispiel der Vorratsdatenspeicherung, dem Handelsabkommen CETA oder Waffenlieferungen an Kurden im Nordirak, sehe sie die SPD weder im „Ja-Lager“, noch im „Nein-Lager“. „Wir haben uns auseinandergesetzt, sind dahin gegangen, wo es schwierig war und haben nachverhandelt“, erklärte sie.

Einen deutlichen Akzent setze sie beim Engagement gegen Extremismus. „Die AfD ist eine Schande für Deutschland. Sie versucht, den Brand, den sie selbst gelegt hat, mit Benzin zu löschen“, lautete ihr Urteil. Nicht verloren geben dürfe man allerdings die, die die AfD wählten. „Viele ihrer Ängste sind unbegründet, manche nicht“, so die Politikerin, die vor ihrer Tätigkeit im Bundestag als Polizistin gearbeitet hat.

Ungerechtigkeiten in der Arbeitswelt sind für sie ebenfalls ein zentrales Thema. Bei VW ärgere sie, dass diejenigen, die die Krise zu verantworten hätten, sich einen schlanken Fuß machten, während die, die jeden Tag am Band gestanden hätten, nun büßen müssten, zum Beispiel durch Arbeitsplatzabbau.

Auf die Schwerpunktthemen der Sozialdemokratie ging auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies ein, der als Unterstützer der SPD-Kandidatin angereist war und gleich zu Beginn lobende Worte fand: „Mit niemandem sonst in Berlin arbeite ich so eng zusammen. Dein Einsatz hat dafür gesorgt, dass Milliarden nach Niedersachsen geflossen sind“, betonte er an die Bundestagsabgeordnete gewandt.

Auch wenn wirtschaftliche Situation in Deutschland sich insgesamt positiv entwickelt habe, bleibe festzustellen: „Wir haben viel erreicht, aber nicht für alle“. So sei es ein Fehler gewesen, 2004 die Sozialsysteme zu verändern, ohne ein „Sicherungsnetz“ einzubauen. Das habe man nun mittels des Mindestlohnes nachgeholt. Mehr Gerechtigkeit für Arbeitnehmer, indem man Teilzeitverträge, Werkverträge und Leiharbeit kritisch betrachte, seien weitere Aufgaben für die Zukunft. Die Rente müsse durch alle und damit steuerfinanziert werden. „Wir müssen den Mut haben, darüber zu reden, wie für viele Menschen wirklich die Situation ist. Das ist Thema der Sozialdemokratie“, lautete sein Fazit.

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