CELLE. Seit mehreren Monaten war die Tür zum Silberkabinett des Residenzmuseums im Celler Schloss für die Öffentlichkeit geschlossen – nun steht der neu gestaltete Raum mit Gold- und Silberschmiedearbeiten, die einst für Hof, Adel und Bürgertum angefertigt wurden, ab Sonntag, 3. Juni 2018, wieder für interessierte Besucher offen. Bereits heute durften Förderer des Projekts und die Presse einen ersten Blick in den jetzt wie eine kleine Schatzkammer anmutenden Raum werfen.

Gleich beim Betreten des Silberkabinetts wird der Blick des Betrachters auf das „Prunkstück“ der Ausstellung an der Stirnseite gelenkt: Der silberne Tafelaufsatz von Georg Carl Brenner aus dem 18. Jahrhundert, der sicher einmal den Mittelpunkt vieler festlicher Tafeln bildete. „Das ist das größte Stück Silber aus Celle, das wir je gesehen haben – als es auf den Markt kam, mussten wir es einfach kaufen“, erklärte Dr. Jochen Meiners, Direktor der Celler Museen. Er dankte der VR-Stiftung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Norddeutschland und der Volksbank Celle, vertreten durch Bernd Müntz, Mitglied des Vorstands der Hannoverschen Volksbank, Lars Runge, Volksbank-Regionaldirektor und Gerd Zeppei, Niederlassungsleiter der Volksbank Celle für die „großartige Unterstützung, ohne die die aufwändige Umgestaltung nicht möglich gewesen wäre“.

Gemeinsam mit Stella Kohlstedt, Volontärin am Residenzmuseum und Restauratorin Nicole Bogdahn hat die Leiterin des Residenzmuseums im Celler Schloss, Juliane Schmieglitz-Otten, die Vitrinen mit dunklen Stoffen als Hintergrund bezogen, ein neues Beleuchtungssystem installiert (beides sorgt für die besondere „Schatzkammer-Atmosphäre“) und einige neue Exponate hinzugefügt. „Das ist Silber, das in Celle von Silber- und Goldschmieden hergestellt wurde – dabei sind auch herausragende Exponate fürstlichen Silbers. Wir haben hier ein sehr feines, kleines Fenster in die Celler Residenzgeschichte“, so Schmieglitz-Otten stolz.

Die Leiterin des Celler Residenzmuseums dankte Goldschmiedin Susanne Bade dafür, dass sie Fertigungsstufen einer Silberschale und dazugehöriges Werkzeug für die Ausstellung zur Verfügung gestellt hat: „Die Silberschmiede ist eine mühsame und schweißtreibende Handarbeit, viele aufwändige Vorgänge stecken dahinter. Dank Frau Bade können wir hier die Fertigung einer Silberschale aus den Rohlingen zeigen“.

Die liebevoll bestückte und kuratierte Ausstellung ist ab Sonntag, 03.06., zu den normalen Öffnungszeiten des Residenzmuseums im Celler Schloss (Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr) zu sehen. Am Eröffnungstag können Besucher zudem von 11 bis 16 Uhr eigene „Silberschätze“ mitbringen und von dem Kunstsachverständigen Klaus-Dieter Müller fachlich begutachten und schätzen lassen. Die beiden Kuratorinnen sind als Ansprechpartnerinnen vor Ort und bieten zwei Sonderführungen an: um 12.30 Uhr „Glanzstücke aus der Celler Residenz – darunter die Huldigungspokale aus der Sammlung Yves Saint Laurent“ (Schmieglitz-Otten), um 14.30 Uhr gibt es eine Führung durch das neue Silberkabinett mit Vorstellung besonderer Objekte (Kohlstedt).

Text: Angela Siems



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