CELLE. Die Jüngeren werden weniger, die Älteren werden mehr: Diese Verschiebung in der Altersstruktur, der so genannte demografische Wandel, ist die Folge von anhaltend niedrigen Geburtenraten und steigender Lebenserwartung. So ist derzeit rund ein Viertel der Menschen in Deutschland 60 Jahre und älter. Auf diese Entwicklung hat das Allgemeine Krankenhaus Celle (AKH Celle) vor 10 Jahren, am 01. Oktober 2007, mit der Gründung einer eigenen Klinik für Geriatrie und Frührehabilitation reagiert. Die Klinik wurde unter der Leitung des Chefarztes, Prof. Hans-Joachim Naurath, im ehemaligen St. Josef-Stift in Celle eröffnet und feierte jetzt im Rahmen einer internen Jubiläumsfeier ihr zehnjähriges Bestehen.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich in diesem Bereich viel getan: Die Behandlungskonzepte und vor allem die frührehabilitativen Behandlungen wurden weiter optimiert und an die Bedürfnisse der älteren Menschen angepasst, die Klinik für Geriatrie und Frührehabilitation zog 2013 vom ehemaligen St. Josef-Stift an den Siemensplatz 4, wodurch eine noch engere Verzahnung der Zusammenarbeit mit den verschiedenen Fachärzten bei der Behandlung unterschiedlichster komplexer Erkrankungen möglich wurde und gemeinsam mit der Klinik für Unfallchirurgie wurde die Zusammenarbeit im Bereich der Alterstraumatologie zur speziellen Behandlung von Verletzungen aller Art intensiviert. Entsprechend wurden die Mitarbeiterzahlen an die wachsenden Herausforderungen angepasst. Auch die Patientenzahlen stiegen in den letzten Jahren nach dem Umzug im Jahre 2013 kontinuierlich: 2013 wurden im Jahr 1.625 Patienten behandelt und im letzten Jahr bereits 1.866.

Eine zukunftsweisende Veränderung ist auch das so genannte ISAR-Screening: Seit diesem Jahr werden alle stationären Patienten der Notfallambulanz, die 70 Jahre oder älter sind, auf alterstypische Problemkonstellationen hin überprüft. So lassen sich frühzeitig auch solche Erkrankungsverläufe erfassen, die zwar primär einer fachspezifischen Akutbehandlung bedürfen aber bereits bei Aufnahme auch einen geriatrischen Behandlungsbedarf aufweisen. So kann noch frühzeitiger als bisher ein von Selbständigkeitsverlust bedrohter Patient identifiziert und behandelt werden. Darüber hinaus steht in 2018 für eine Station auch ein räumlicher Umzug in neue, moderne und optimal auf die Bedürfnisse der Patienten ausgerichtete Räume an.

Im Rahmen der internen Jubiläumsfeier dankte Chefarzt Prof. Naurath seinen Mitarbeitern und Kollegen für die patientenorientierte Zusammenarbeit in der Vergangenheit: „Unser gemeinsames Ziel ist es, Pflegebedürftigkeit so lange es geht zu verhindern und Selbstständigkeit zu erhalten. Mit der Einführung des ISAR-Screenings, unserer optimierten fachübergreifenden Behandlungs- und Therapieansätze und der verbesserten Ausstattung werden wir unsere Erfolge zum Wohle der älteren Patienten weiter ausbauen können.“

Über die Klinik für Geriatrie und Frührehabilitation
Die Geriatrie ist im AKH als ein Schwerpunkt der Inneren Medizin angesiedelt. Die Behandlung akuter und chronischer internistischer Erkrankungen von zumeist multimorbiden älteren Menschen gehört zur Kernkompetenzen. Um Fähigkeitseinschränkungen und Pflegebedürftigkeit zu vermeiden, führt das AKH außerdem die geriatrische Frührehabilitation durch. Diese erfolgt direkt im AKH oder nach zeitnaher Übernahme aus einer anderen Fachabteilung.

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