CELLE. Zum Weltkrebstag (4.2.) startete das Onkologische Forum Celle eine halbjährige Präventionskampagne für Kinder und Jugendliche ab Klasse 5 aus Celle und dem Landkreis. Jährlich begleitet die Krebsberatungsstelle des Onkologischen Forums über 100 Kinder und Jugendliche mit an Krebs erkrankten Angehörigen. 2002 unter dem Titel „Ja, ich bin auch noch da!“ gestartet, war das Projekt bundesweit eines der ersten seiner Art. „Es hat seither rund 1.000 Kindern und Jugendlichen (und ihren Familien) mit Gruppenangeboten, Einzel- und Familiengesprächen, Tagesausflügen und Familienwochenenden geholfen“, zieht Fritz Gleiß vom Onkologischen Forum Bilanz.

Derzeit begleitet die Krebsberatungsstelle auf diese Weise jährlich Kinder in etwa 60 Familien. Ziel ist es, die psychosozialen und belastenden familiären Begleiterscheinungen, die Krebs in der Familie mit sich bringt, abzumildern. Neben betroffenen Eltern wenden sich Lehrer und Sozialarbeiter mit Hilfsgesuchen an die zwei damit beschäftigten, erfahrenen Psychoonkologinnen des Forums. Die Kinder, die nicht selten auch pflegende Familienangehörige sind, sind oft belastet durch soziale Vernachlässigung und Isolation, hinzu kommen Verlustängste und Trennungsschmerzen. „Oft befinden sie sich mitten in einer Krise des familiären Umfelds“, so Fritz Gleiß. Im Onkologischen Forum gibt es für sie alle zwei Wochen psychoonkologisch begleitete Gruppentreffen, Einzelgespräche, Familienbegleitungen, Ausflüge und Familienwochenenden.

Aus Anlass des 15-jährigen Bestehens dieses sozial- wie gesundheitspräventiven Kinder- und Jugendlichen-Begleitprojekts startete das Forum am Weltkrebstag eine Präventionskampagne für Sekundarschulkinder. Unter dem Namen „Schlag den Krebs!“ werden Schulen Informationsbesuche angeboten, die eine Sensibilisierung für die Belastungen der mit betroffenen Kinder einleiten. Dabei wird das Hilfsangebot des Forums bekannt gemacht. Thematisch sollen bei den Schulbesuchen auch gesundheitlich-präventive Möglichkeiten und krebsfördernde Risiken an die Schüler herangetragen werden. „Dazu zählen die HPV-Impfung, Stress, psychosoziale Belastungen, Alkohol, Nikotin, Tabak, E-Zigaretten, Übergewicht und mangelnde Bewegung“, so Fritz Gleiß.

Ein konkretes Ziel der Kampagne ist es, an Celler Schulen Percussion-Projekte anzuregen, in denen die Schüler ihre Wut auf den Krebs frei ausdrücken können. Als Mobilisator für diese Projekte konnte das Forum den bundesweit mit seiner „AutoAuto!“-Show bekannt gewordenen Entertainer und Musiker Christian von Richthofen gewinnen. Zum abschließenden Höhepunkt der Kampagne wird v. Richthofen am 23. September die Ergebnisse der Percussion-Projekte auf dem Schrottplatz von Kalli Struck in Hambühren vorstellen und dort am gleichen Abend eine von Feuer und Stelzenkunst flankierte, action-geladene Percussion-Show präsentieren. Diese Großveranstaltung wird vom Ortsrat Hambühren unterstützt.

Die Präventionskampagne, wie auch die laufende Arbeit der Psychoonkologinnen mit Kindern im Onkologischen Forum, werden privat finanziert. Öffentliche Förderung gibt es so gut wie keine. Kampagne und Kinderbegleitung sind daher auf Spenden angewiesen. Wer sich für die Kampagne interessiert, einen Schulbesuch vereinbaren oder die Arbeit unterstützen möchte, kann sich an Fritz Gleiß im Onkologischen Forum Celle wenden: Spendenkonto bei der Volksbank Celle, IBAN DE63251900010830000300.

 

 

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