WATHLINGEN. Um die geplante Abdeckung der Kalihalde Wathlingen ist es in den vergangenen Wochen ruhig geworden, nachdem im Planfeststellungsverfahren seitens der Gemeinden, Naturschutzverbände, Bürgerinitiativen und vieler Bürger Stellungnahmen und Einwendungen abgegeben worden sind. „Es gibt aber keinen Grund, sich in trügerischer Sicherheit zu wiegen“, sagt der Vorsitzende der Bürgerinitiative Umwelt Wathlingen, Holger Müller. „Wir gehen davon aus, dass K+S seine Pläne, in Wathlingen eine gigantische Abfalldeponie zu errichten, zielstrebig weiterverfolgt, obwohl die Gegenargumente erdrückend sind.“

„In Sehnde hat sich doch längst gezeigt, dass das Konzept der „Abdeckung“ nicht funktioniert“, stellt Georg Beu von der BI Umwelt Uetze fest. „Anfang 2018 hat es nach Kenntnis der Bürgerinitiativen schon wieder umfangreiche Versackungen gegeben.“

Laut Beu liegt den Bürgerinitiativen Umwelt Uetze und Wathlingen zudem ein Gutachten vor, das deutlich darauf hinweist, dass es im Bereich der Halde Wathlingen eine starke Grundwasserversalzung gibt. Darüber hinaus gebe es durch die Auswertung der chemischen Zusammensetzung von Grundwasserproben ganz deutliche Hinweise darauf, dass diese Versalzung von der Halde ausgeht.

Aufgrund der örtlichen Verhältnisse ist davon auszugehen, dass die Basis der Salzhalde eingesunken ist, zumindest teilweise und zeitweise Grundwasserkontakt hat und von unten aufgelöst wird, erklärt Beu.

„Wir als Bürgerinitiativen sehen aufgrund der Untätigkeit des Landesbergeamtes nun die Notwendigkeit, dass der Landkreis Celle als untere Wasserbehörde und hier der Kreistag handelt“, sagt Müller.

„Die Forderung des Umweltausschusses des Kreistages in seiner Sitzung vom 09.05.2018 nach gründlicher Untersuchung der Umweltsituation an der Halde sehen wir als ersten wichtigen Schritt in die richtige Richtung an.“

Laut Müller hat die BI Umwelt Wathlingen deshalb aktuell alle Mitglieder des Kreistages angeschrieben, „um über die Möglichkeit zu informieren, Einfluss auf den Umgang mit der Althalde in Wathlingen auszuüben und eine gute Lösung für die Bürger und ihre Umwelt zu erreichen“.

„Sowohl für eine Einleitung von Sickerwasser der geplanten Abdeckung in die Fuhse als auch für die Benutzung, also Versalzung, des Grundwassers durch Wässer von der Halde wäre das Einvernehmen des Landkreises Celle Voraussetzung, erklärt Müller.

„Eine Erlaubnis für eine Einleitung in ca. 30 Jahren schon heute zu erteilen, wäre nach Ansicht der Rechtsanwältin der Gemeinde Wathlingen ohnehin unzulässig“, wirft Georg Beu ein.

„Zudem fehlt die gesetzlich vorgeschriebene Verträglichkeitsprüfung für das FFH-Gebiet „Aller“ und das FFH Gebiet „Brand“ mit seinen wertvollen Auewaldbereichen in den Antragsunterlagen für die geplante Haldenabdeckung unverständlicherweise nahezu gänzlich“, so Beu weiter.

„Der Kreistag könnte gemäß Niedersächsischem Kommunalverfassungsgesetz die Entscheidung über das Einvernehmen, wie der Kreistag Hildesheim mit breiter politischer Mehrheit aktuell in dem ähnlichen Fall Kalibergwerk Siegfried in Giesen, an sich ziehen. Er hätte damit die Möglichkeit, sowohl Untersuchungen der Grundwasserversalzung als auch eine wirkungsvolle Sanierung der Halde statt der geplanten Abdeckung durchzusetzen“, erklärt Holger Müller.

„Für jede Benutzung eines Gewässers, also auch des Grundwassers braucht die Firma K+S eine Erlaubnis nach dem Wasserhaushaltsgesetz. Die darf aber nur erteilt werden, wenn eine nachteilige Veränderung der Wasserbeschaffenheit nicht zu besorgen ist – aber genau das ist in Wathlingen der Fall!“, so Müller.

Aus Sicht von Müller und Beu sollte der Kreistag Celle eine Stellungnahme des LBEG zu dem den Bürgerinitiativen zur Halde Wathlingen vorliegenden Gutachten anfordern. Unbedingt gefordert werden sollte auch ein Durchbohren der Halde an mehreren Stellen. Dabei sollte untersucht werden, wo sich die Haldenbasis befindet und wie hoch die Grundwasserstände unter der Halde tatsächlich sind.

Das Schreiben der Bürgerinitiativen an die Mitglieder des Kreistages ist veröffentlicht auf der Internetseite www.biuw.de.

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