BERGEN. So geht spannender Deutsch-Unterricht auch: Wir lesen gemeinsam aus einem Krimi und blicken dabei in die Wirklichkeit. Wie entscheidet sich Chefermittlerin Hanna Vincennes aus New Orleans: Für das Leben als Polizistin, aber ohne Ehemann, oder für das Leben als Ehefrau, beruflich entehrt? Wer ist der Mörder von Nathalie, der Freundin von Alexander, der nach dem Mord an seiner Mutter Nora aus den Niederlanden nach Louisiana abhaut, dort unter falschem Namen lebt und hauptverdächtig ist? Ist Alexander schuldig oder unschuldig? Ist einer der vielen Freunde Nathalies aus ihren Campus-Affairen der Täter? Warum fliegt Alexanders Vater nach Amerika und ermittelt auf eigene Faust? Ist da etwa was faul?

Gestern Vormittag hat in der Anne-Frank-Oberschule eine Krimilesung mit Stadtschreiber Daan Heerma van Voss und seinem Bruder Thomas sowie 40 Schülerinnen und Schülern stattgefunden, die während der Lesung Schritt für Schritt den Mörder entlarven sollten. „Anderthalb Jahre saßen wir an drei Tagen in der Woche an einem Tisch, er auf der einen, ich auf der anderen Seite. Es musste eine Einheit in Stil und Komposition geschaffen werden“, berichtet Daan Heerma van Voss über das Krimiprojekt mit seinem Bruder. Bis zuletzt blieb gestern offen, wer wirklich der Täter oder die Täterin war. Vier Schüler haben den Fall schließlich gelöst und den Mörder identifiziert.

Verraten wird dieser aber nicht. Denn die gesellschaftskritische Kriminalgeschichte „Ultimatum”, die Bergens Stadtschreiber Daan Heerma van Voss 2015 gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Thomas geschrieben hat, erscheint im August 2018 auf Deutsch bei Schöffling & Co. Verlagsbuchhandlung, Frankfurt am Main. Niko P., Jake, Mattes und Marten haben den richtigen Tipp abgegeben und werden im Sommer jeweils eine von beiden Brüdern signierte deutsche Erstausgabe erhalten. „Nach einer guten Stunde war ich auf der richtigen Spur. Cool, was die beiden Autoren und die Stadt Bergen gemeinsam mit unserer Schule vorbereitet hatten”, so Nikos Bilanz. Das Stadtschreiber-Projekt in Bergen wird auch von der Niederländischen Botschaft in Berlin unterstützt.

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