BERGEN-BELSEN. Ein thematischer Rundgang „Der stille Weg des Widerstands – Kultur als Mittel zur Selbstbehauptung im Konzentrationslager Bergen-Belsen“ findet am Sonntag, den 4. Juni 2017, um 14:30 Uhr statt.

Schikanen, Demütigungen und Gewalt prägten das Leben der Häftlinge im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Jeder Tag war für sie ein Überlebenskampf. Die Nationalsozialisten hatten das Ziel, ihnen jegliche Individualität und Menschenwürde zu nehmen. Das galt auch für die jüdischen Häftlinge des so genannten Austauschlagers in Bergen-Belsen, die gegen Auslandsdeutsche ausgetauscht werden sollten. Deshalb hatten sie hier zunächst bessere Lebensbedingungen als in den meisten anderen Konzentrationslagern. Dazu zählte auch, dass sie Gepäck nach Bergen-Belsen mitbringen und es hier auch benutzen durften. Manche brachten Papier, Stifte oder Bücher mit, so dass die materiellen Voraussetzungen für ein heimliches kulturelles und religiöses Leben im Lager gegeben waren. Die meisten Quellen, die die kulturelle Selbstbehauptung von Häftlingen im KZ Bergen-Belsen dokumentieren, stammen daher aus diesem Austauschlager. Mit der zunehmenden Verschlechterung der Lebensbedingungen im KZ Bergen-Belsen, vor allem seit Ende 1944, die auch das Austauschlager betrafen, nahmen diese Aktivitäten jedoch deutlich ab.

Welche Formen der Selbstbehauptung gab es für die Häftlinge im Konzentrationslager
Bergen-Belsen? Waren es nur wenige Einzelne, die sich daran beteiligten oder war dies in der Häftlingsgesellschaft weiter verbreitet? Welche Risiken waren damit für die Beteiligten verbunden? Was hat sich von den kulturellen Zeugnissen aus dem Konzentrationslager Bergen-Belsen erhalten und wie konnten sie gerettet werden?

Diesen und weiteren Fragen widmet sich der thematische Rundgang „Der stille Weg des Widerstands“ mit Ann-Christine Stölpe. Im Rahmen der Führung werden sich die Teilnehmer am Beispiel diverser Selbstzeugnisse von Häftlingen mit unterschiedlichen kulturellen Phänomenen aus der Lagergeschichte auseinandersetzen. Auch die Motive der Häftlinge, die ebenso vielfältig wie die Formen der Selbstbehauptung waren, werden im Rahmen der Führung in den Blick genommen.

Die Veranstaltung beginnt um 14:30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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