SOLTAU/CELLE. Nach informativen Silvesterspaziergängen am Truppenübungsplatz Bergen-Hohne und in Schwarmstedt führten der DGB-Kulturarbeitskreis und die Geschichtswerkstatt diesmal über 20 Interessierte aus Celle und Hannover durch Soltaus sozial-bewegte Geschichte. Initiatoren waren der ACE(Auto Club Europa)-Kreisvorsitzende Klaus Meier und die DGB-Kreisvorsitzenden Charly Braun (Heidekreis) und Paul Stern (Celle).

Über den Abriss von zwei Jugendzentren und widerständige Jugendliche berichtete Charly Braun, der bis 1982 dort als Sozialarbeiter tätig war. An der Bibliothek Waldmühle wurde das Raumverbot für die gewerkschaftliche Mai-Veranstaltung von 1981 thematisiert, das mit einem Erfolg des DGB endete.

Kurz vor Ende des 2. Weltkriegs fanden in Celle und Soltau mörderische Jagden auf geflohene KZ-Häftlinge statt, in Celle als „Hasenjagd“ bezeichnet. Am Soltauer Mahnmal für die Holocaustopfer berichtete Rechtsanwalt Wilfried Worch-Rohweder als Initiator dieses Denkmals, darüber wie Nazis, Jugendliche und „brave Bürger“ die Stadt durchkämmten, mindestens 90 Flüchtende ermordeten und im Wald verscharrten. 2007 wurde das Mahnmal aus Musterstelen der Berliner Holocaust-Gedenkstätte errichtet. Initiator Worch-Rohweder habe vier Jahre lang erhebliche Widerstände zu überwinden gehabt und andererseits von „einfachen Leuten“  praktische Unterstützung erfahren. Eine schulische Geschichtsgruppe arbeitete das Verbrechen von 1945 auf. Der Heide-Künstler Hawoli und andere halfen bei der Realisierung.

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