Kulturgesichter-Bus fährt durch Celle

Kultur + Gesellschaft Von Redaktion | am Do., 24.06.2021 - 18:58

CELLE. „Seit Monaten bereiten wir im Hintergrund die Aktion Kulturgesichter-Bus vor. Spätestens als wir nach dem dritten Fotoshooting 160 Kulturgesichter in unserem Netzwerk hatten, war klar, dass wir von einem Kulturgesichter-Bus träumen“, berichtet  Lucas Rosenbaum vom Team Kulturgesichter. Die CeBus als regionales Verkehrsunternehmen war schnell gewonnen und stellte dem Team einen Linienbus kostenfrei für eine Beschriftung zur Verfügung. 

Da das Team der Aktion Kulturgesichter ehrenamtlich arbeitet und keine eigenen Mittel hat, richtete Maximilian Mund eine Crowdfunding-Kampagne bei der Celle Crowd der Stadtwerke Celle ein. Er erläutert: „Crowdfunding ist eine gute Gelegenheit, Projekte durch Spenden aus der Stadtgesellschaft zu finanzieren. Dank der fachkundigen Unterstützung von Anika Thelen von den Stadtwerken haben wir unser Ziel von 1.500 Euro dann auch pünktlich erreicht. Unter den Spendern sind viele kleine Spenden von Kulturgesichtern und Fans unserer Aktion, aber auch größere. Als uns zum Ende des Crowdfunding 250 Euro fehlten, hat die Firma InfoSec Consulting Services GmbH das kurzfristig übernommen. Eines unserer Kulturgesichter arbeitet da nämlich.“

Als Prämien hatte sich das Team neben Plakaten und Gutscheinen beim Teamfotografen Martin Menzel auch die Nennung von SpenderInnen auf der Website der Aktion Kulturgesichter überlegt. Der Crowdfunding-Erfolg war aber nur der erste Baustein zur Verwirklichung des Traums Kulturgesichter-Bus. „Da wir eine Vollfolierung des Busses geplant haben, damit die vielen Kulturgesichter zur Geltung kommen, mussten wir weiter auf die Suche nach Finanzhilfen gehen“, erzählen Katharina Witerzens und Birgit Nieskens vom Team. Fündig wurden sie bei der Sparkasse Celle-Gifhorn, die einen Teil der Unkosten für Layout und Druck übernahm. Auch die VGH Vertretung Sven Treder übernahm einen Anteil, ist sie doch auch in der Celler Musikszene aktiv. Die Druckerei Trispel, mit der Gestaltung und Beklebung des Busses  beauftragt, glich dann den noch fehlenden Rest der Summe aus. „Wir sind wie auch bei unseren anderen Aktionen überwältigt von der Unterstützung und Hilfsbereitschaft  in Celle. Wir danken allen, die uns finanziell und anders gefördert haben", sagt "Kulturgesicht" Sören Linne.

Nun stand der Bus der CeBus seit zwei Tagen auf dem Werksgelände von Trispel und wird vollflächig mit einem individuellen Design beschriftet. Vorher gab es aber noch jede Menge Arbeit für das Team Kulturgesichter und das Grafikteam von Trispel. Es galt, Entwürfe für die Beschriftung des Busses zu entwickeln und mit CeBus abzustimmen. „Es gibt ja klare Vorgaben, wo aus Gründen der Sicherheit und Fahrgästeleitung nicht beklebt werden darf. Zudem hat sich die Situation seit der ersten Planung doch erfreulich geändert“, meint Martin Menzel. „Als wir im März mit dem Stadtwerke-Crowdfunding anfingen, befanden wir uns noch im Lockdown. Inzwischen haben sich die Ansteckungen mit Corona verringert und wir haben gute Inzidenzwerte. Auch wenn es noch nicht so ist wie vor der Pandemie, ist doch auch kulturell wieder vieles möglich. Wir haben den Slogan der bundesweiten Aktion Kulturgesichter „Ohne uns ist's still“ umgeändert in „Ohne uns war's still – jetzt wird's wieder laut“.

Und laut wird es, auch durch die Veranstaltungen im Celler Kultursommer, an dessen Planung und Umsetzung das Team Kulturgesichter beteiligt ist. „Viele Outdoor Veranstaltungen sind wieder möglich, auch in Innenräumen darf wieder gespielt werden. Das tut uns allen so gut. Auch wenn noch nicht die volle Auslastung der Spielstätten möglich ist, ist das Auftreten vor Publikum doch eine Freude. Wir müssen abwarten,  wie sich die Einschränkungen langfristig auf die Kulturszene auswirken und wie es mit der Pandemie weitergeht.“

Jetzt ist erst einmal die Freude groß über den Kulturgesichter-Bus. „160 Kulturgesichter auf einem Bus, das hat es in Celle noch nie gegeben. Ein Traum geht in Erfüllung. Wir sind gespannt auf Kommentare und Fotos in den sozialen Medien – der Bus wird ein Hingucker", schwärmt Martin Menzel.