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Eintrag ins Goldene Buch der Stadt

Kulturpreisträger Elke und Lothar Haas: „Literatur hat Plätze in Celle“

07.12.2018 - 16:00 Uhr     CELLEHEUTE    0
Elke und Lothar Haas; Fotos: Peter Müller


CELLE. Zu Ehren der Kulturpreisträger Dres. Lothar und Elke Haas, die heute am späten Nachmittag den Kulturpreis der Stadt Celle im Rahmen eines Bürgerempfanges überreicht bekommen, fand heute Vormittag im Alten Rathaus bereits ein Empfang statt. Dabei trug sich das Ehepaar, das sich insbesondere um das Andenken an den Celler Dichter Ernst Schulze verdient gemacht hat, in das Goldene Buch der Stadt ein.

 



Ihre Ansprache aus diesem Anlass geben wir hier ungekürzt wieder:

Lothar Haas:
Zuallererst wollen wir hervorheben: Dass die Stadt Celle entschieden hat, nach langer Pause, nach 1999, erstmals wieder einen Kulturpreis zu vergeben, ist außerordentlich positiv. Für den Kulturpreis 2018 danken wir allen Verantwortlichen, und auch für die Ehre, dass wir uns hier in das Goldene Buch der Stadt eintragen dürfen. Aber wir möchten auch fragen: Warum gerade wir?

Wir beide können hier nur Stellvertreter sein für alle, mit denen wir zusammenwirken und gemeinsam gearbeitet haben, in der Ernst-Schulze-Gesellschaft, im Arbeitskreis Celler Jugendbuchwoche, in der Bibliotheksgesellschaft Celle, in der Bibliotheksgesellschaft Niedersachsen und in der Bürgerstiftung Celle. Wir freuen uns, dass einige der Anwesenden hier für diese Institutionen stehen. Eine besondere Freude ist es uns, dass darunter auch der Kulturpreisträger des Jahres 1990 ist, Dietrich Klatt. Stellvertreter möchten wir schließlich auch sein für alle Menschen und Institutionen, die die gemeinsame Arbeit mit kleinen und großen Spenden und in sonstiger Weise unterstützen.

Elke Haas:
Ein Zitat zu Anfang: „Die künstlerische Reflexion vermag es, ungeahnte Lösungen für Probleme aufzuzeigen. Neben ihrem positiven Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung stiftet Kultur vor allem Identität“ und: (soziale) Gemeinschaft, so Cristina Conde de Beroldingen, Direktorin des Instituto Cervantes in Berlin, Autorin des Deutschen Kulturrats 2018.

Deshalb muss die Literatur, alte wie neueste, wahrnehmbare Orte, Begegnungsorte  in Stadt und Region haben. Und sie hat Plätze in Celle. Kommen Sie mit an nur drei, vier, bleiben Sie nur nicht stehen! Haustafeln in der Innenstadt erinnern an große Dichter wie Hölty, ein gewaltiger Findling auf dem Bürgerfriedhof, den der Verlag Brockhaus gesetzt hat, und auch eine Haustafel an den Celler Romantiker Ernst Schulze. Und dann die Würdigung der Literatur durch Straßennamen! Zum Schlosstheater geht man vielleicht durch die Fritz-Grasshoff-Gasse, die Falladastraße ist ein bisschen weiter weg. Es sind nur Beispiele!

Lebendige Literaturbegegnungen organisiert alle zwei Jahre die Bibliotheksgesellschaft in der Stadtbibliothek, Arno-Schmidt-Platz, es sind die großen Jugendbuchwochen. Weit über 20 Autorinnen und Autoren kommen auf Einladung in viele Schulen und Kitas, um zu lesen und mit jungen Leuten zu sprechen.

Im Dichterraum im Kanzleicafé stehen Zitate an der Wand von überregional bekannten Dichtern, für die Celle wichtig war. Zu allen gewürdigten Autorinnen und Autoren finden sich Lese-Exemplare im Bücherregal. Dort steht natürlich auch ein Friedrich Schiller, Manfred Hausin, ein Oskar Ansull, Susanne Fischer, Hans Pleschinski, Bernd Rauschenbach, Bekim Morina, Tobias Premper und, und, und – Lesungen finden hier auch statt, vor großem Publikum.

Lothar Haas:
Ihnen allen hier möchten wir bei dieser Gelegenheit eine Karte mit einem Gedicht des vor über 200 Jahren gestorbenen Celler Dichters Ernst Schulze schenken. Das Gedicht hat die Überschrift „Celle“ und stammt aus dem Zyklus „Reise durch das Weserthal“. Verfasst hat der Dichter es im September 1814, in der Franzosenzeit, mit 25 Jahren, keine drei Jahre vor seinem Tod.



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