CELLE. „Der Verwaltungsausschuss der Stadt Celle hat gegen die Meinung vieler Bürgerinnen und Bürger den Abriss der MTV-Halle am Nordwall beschlossen“, so Dietrich Klatt, Dr. Elke Haas und Dr. Lothar Haas. Sie haben sich jetzt mit einem Schreiben an das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege gegen dieses Vorgehen gewandt. Von der Denkmalpflege erwarten sie, dass die über 100 Jahre alte MTV-Turnhalle mit dem Vordergebäude als Baudenkmal in das Verzeichnis der Kulturdenkmale eingetragen wird.

Die drei Celler heben hervor, dass die Turnhalle mit dem Vordergebäude erhebliche stadtgeschichtliche Bedeutung habe. „Als sie 1913 eröffnet wurde, war das ein großes Ereignis für die Stadt, für die Turnerbewegung und für die vielen Bürger, die dazu beigetragen hatten. Die eigentliche Turnhalle ist ein technisches Denkmal mit der Bogenkonstruktion, die die Decke trägt, beide zusammen bilden eine schöne und zugleich technisch moderne Einheit. Das Vordergebäude mit dem großen Versammlungsraum, der reich gegliederten Fensterfront und dem eindrucksvollen Portal weist schon frühe Elemente des kommenden Neuen Bauens auf“, erläutern Dietrich Klatt und die beiden Kulturpreisträger der Stadt Celle, Elke und Lothar Haas.

Die Stadt berufe sich bei ihren Absichten darauf, dass das Landesamt für Denkmalpflege in den vergangenen Jahren wiederholt erklärt habe, das Gebäude sei kein Baudenkmal. Dietrich Klatt sowie Elke und Lothar Haas sind aber der Auffassung, dass sich daraus nicht die Befugnis ergibt, es abzureißen. Sie haben – gemeinsam mit weiteren Denkmalfreunden – Fakten und Bewertungen zusammengetragen, die aus ihrer Sicht eine Neubeurteilung des Gebäudes rechtfertigen und zu einer Einstufung als Baudenkmal führen würden.

Dass das Landesamt für Denkmalpflege das Gebäude früher anders bewertet habe, rechtfertigt nicht den Abriss. Hätte die Stadt aufgrund der früheren Einschätzung wirtschaftliche Aufwendungen gehabt, die dann nutzlos geworden wären, hätte sich daraus ein Entschädigungsanspruch ergeben können. Tatsächlich habe die Stadt aber keine solchen Aufwendungen gehabt.

Schließlich meinen die Kulturpreisträger, wenn die Stadt eine Eintragung als Kulturdenkmal ablehne, so sei das rechtlich ohne Bedeutung. Ob ein Bauwerk als Baudenkmal zu schützen sei, ergebe sich aus dem Gesetz und sei nicht von der Zustimmung des Eigentümers abhängig. Das müsse auch so sein, damit Eigentümer nicht aus rein finanziellen Interessen wertvolle Baudenkmale beseitigen könnten.





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