HANNOVER. Ein Sprecher des Niedersächsischen Kultusministeriums kommentiert die heute vorgestellte Bertelsmann-Studie wie folgt:

„Die Studie weist zwar keine konkreten Erkenntnisse für Niedersachsen aus, gibt aber allgemeine prognostische Hinweise auf mögliche Entwicklungen der Schülerzahlen bundesweit aufgrund steigender Geburtenraten und eines vermehrten Zuzugs nach Deutschland. Das Niedersächsische Kultusministerium nimmt die Studie interessiert zur Kenntnis und wird sie intensiv auswerten. Dabei ist klar: Niedersachsen hat längst vorgearbeitet und den Bildungsbereich zukunftssicher aufgestellt.

Die Grundaussage der Bertelsmann-Studie, dass Deutschland mehr in Bildung investieren müsse, stützt die Politik der Landesregierung. In Niedersachsen hat Bildung höchste Priorität: Die Landesregierung hat den Kultusetat von Jahr zu Jahr erhöht, so dass der Bildungshaushalt am Ende der Legislatur auf 6 Milliarden Euro angestiegen und damit um rund 1 Milliarde höher sein wird als im Jahr 2013. Wer gute Bildung will, muss zusätzlich investieren – das geschieht in Niedersachsen seit 2013! Zum  Beispiel: Die Landesregierung hat seit der Regierungsübernahme in 2013 einen kontinuierlichen Aufwuchs an Lehrkräften eingeplant und im Haushalt hinterlegt: So standen im Jahr 2012 70.300 Lehrerstellen für die allgemein bildenden und die berufsbildenden Schulen zur Verfügung, im aktuellen Haushaltsjahr sind es 72.000 Lehrerstellen und damit rund 1.700 mehr als unter der Vorgängerregierung. Das ist das größte Beschäftigungsvolumen in der Geschichte Niedersachsens oder anders ausgedrückt: Es gab nie mehr Stellen für Lehrerinnen und Lehrer in unserem Bundesland.

Um den steigenden Bedarf an Lehrkräften abzudecken, hat das Kultusministerium den Quereinstieg an allgemein bildenden und berufsbildenden Schulen bereits deutlich gelockert und diese Anregung der Bertelsmann-Studie somit umgesetzt. Ministerin Frauke Heiligenstadt wird prüfen lassen, ob die Ausbildungskapazitäten für Lehrkräfte an den Studienseminaren erweitert werden müssen. Zudem wird sie sich mit ihrer Kollegin aus dem Wissenschaftsministerium darüber austauschen, ob die Lehramtskapazitäten an den Hochschulen erweitert werden müssen.

Die Studie ist in ihrer Tendenz nicht überraschend, das Niedersächsische Kultusministerium passt seine Prognose für die Entwicklung der Schülerzahlen regelmäßig an, auch mit Blick auf längere Zeiträume. So wurde im Schuljahr 2014/2015 noch eine Anzahl von 774.000 Schülerinnen und Schülern an allgemein bildenden Schulen im Schuljahr 2025 prognostiziert; die Aktualisierung dieser Prognose im Schuljahr 2015/2016 ergab 807.300 Schülerinnen und Schüler an allgemein bildenden Schulen im Schuljahr 2025. Die Prognose wurde also um über 33.000 Schülerinnen und Schüler nach oben angepasst. Auf Grundlage statistischer Erkenntnisse wird die Schülerzahlprognose in Niedersachsen ständig fortgeschrieben mit dem Ziel, eine hohe Zielgenauigkeit zu gewährleisten.

Das Niedersächsische Kultusministerium geht für das kommende Schuljahr 2017/2018 in seiner von einer Vielzahl unterschiedlicher Faktoren abhängigen und sich daher fortlaufend ändernden Prognose zurzeit von rund 800.000 Schülerinnen und Schülern an öffentlichen allgemein bildenden Schulen und damit von einem moderaten Schülerzuwachs von zirka rund 6.500 Schülerinnen und Schüler aus. Diese Zahlen können sich noch ändern und haben zum jetzigen Zeitpunkt eine begrenzte Aussagekraft.

Das Niedersächsische Kultusministerium begrüßt ausdrücklich, dass die Kultusministerkonferenz (KMK) im Herbst dieses Jahres die Fortschreibung der  „Vorausberechnung der Schüler- und Absolventenzahlen 2015 bis 2030“ einleitet. Es ist nachvollziehbar, dass die KMK aufgrund der unvorhersehbaren Entwicklung durch eine Vielzahl neu nach Deutschland zugewanderter Schülerinnen und Schüler die Aktualisierung ausgesetzt hatte.

Die positive demografische Entwicklung, mehr Kinder und damit auch mehr Schülerinnen und Schüler, ist aus Sicht der Niedersächsischen Landesregierung ausdrücklich zu begrüßen. Eine solche Entwicklung ist nicht zuletzt eine Bestätigung der vielen familienpolitischen Aktivitäten der Landesregierung, die darauf abzielen, den Menschen in Niedersachsen gute Rahmenbedingungen für ein Leben mit Kindern zu bieten.“

 

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