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Auch Rüstungs- und Handelspolitik im Fokus der Kritik

Kundgebung zum „Day Orange“: „Seenotrettung ist kein Verbrechen!“

05.08.2018 - 15:47 Uhr     CELLEHEUTE    1
Fotos: Peter Müller


CELLE. Neben rund vierzig anderen Städten bundesweit fand gestern auch in Celle eine Solidaritätsaktion für die Seenotrettung im Mittelmeer statt. Am von der Initiative „Seebrücke“ ausgerufenen „Day Orange“ fanden sich nach Angaben des Celler Veranstalters Initiative „Land in Sicht – Transition“ (LIST) gut 60 Menschen auf dem Robert-Meyer-Platz ein. Die meisten waren orange gekleidet oder hatten Rettungswesten dabei, um deutlich zu bekunden: „Seenotrettung ist kein Verbrechen.“



Zu Beginn spannten die Teilnehmenden ein Band mit der ausgedruckten Liste der Namen von über 34.000 offiziell registrierten Geflüchteten, die „aufgrund der restriktiven Politik der Festung Europas in den vergangenen 25 Jahren zu Tode gekommen sind“, so die Initiative „Land in Sicht – Transition“ (LIST). Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sei allein in diesem Jahr der Tod von über 1.500 Männern, Frauen und Kindern dokumentiert worden, die versucht hätten, das Mittelmeer zu überqueren, mehr als die Hälfte der Menschen sei seit dem 1. Juni ertrunken. „Letzteres ist eine direkte Konsequenz der Beschränkungen, denen die zivile Seenotrettung in den letzten Wochen unterworfen ist“, kritisiert die Initiative LIST.

Die Kundgebung wurde mit einer Schiffsglocke eröffnet, woraufhin verschiedene RednerInnen das Offene Mikrophon nutzten, um ihre Gedanken und Forderungen mitzuteilen. Gemeinsam war allen, das „grassierende Elend, die voranschreitende Abschottung und das daraus resultierende Massensterben“ nicht länger stillschweigend hinnehmen zu wollen. Kritisiert wurde die deutsche Rüstungsexportpolitik, die indirekt viele Fluchtbewegungen buchstäblich befeuere. Gefordert wurde zudem eine andere Handels- und Entwicklungspolitik gegenüber afrikanischen Ländern, die sich endlich an den Interessen und Erfordernissen vor Ort ausrichten müsse. Denn – wie die Teilnehmenden in einem abschließenden Sprechchor forderten: „Neben dem Recht zu gehen und zu kommen, geht es auch um das Recht, nicht gehen zu müssen. Und das heißt, der globalen Ungerechtigkeit ein Ende zu setzen.“



Eine Antwort zu “Kundgebung zum „Day Orange“: „Seenotrettung ist kein Verbrechen!“”

  1. Claudia Behrens sagt:

    Tja, es gibt tatsächlich eine Reaktion von Celle heute de. Aber ich bin trotzdem enttäuscht. Ich dachten ihr hättet ne Meinung. Aber es scheint ja nur um potentielle bezahler zu gehen. Als ich bemängelt hatte, dass über die Kundgebung in Hannover nicht berichtet wurde, wurde mir gesagt, dass celkheute.de regional ist. Über Hundewelpen in Hannover wurde dann doch berichtet. Über den orange day dann sowas von emotionlos, ihr seit die Presse hier, ist euch das echt egal, wenn täglich soviele Menschen ertrinken???

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