Sabine Schöllchen und Birgit Nieskens nehmen Bezug auf den Leserbeitrag von Angelika Spanholtz am 28.6.19 in CelleHeute zu Kunst & Bühne:

Betrifft den CZ-Artikel vom 19.6.2019: https://www.cellesche-zeitung.de/Celle/Aus-der-Stadt/Celle-Stadt/Darum-gab-es-Ruecktritte-bei-Kunst-Buehne
sowie den Beitrag auf CelleHeute vom 28.6.19: https://celleheute.de/gute-voraussetzungen-fuer-den-weiterbestand-von-kunst-und-buehne-nach-ruecktritt-zweier-vorstandsmitglieder

Wir können nicht umhin, zu einigen der von Frau Spanholtz getroffenen Aussagen Stellung zu beziehen. Es ist überhaupt nicht unsere Aufgabe, Herrn Bierschwale, den Autor des CZ-Artikels, zu interpretieren oder gar zu verteidigen, aber seinen Artikel als Polemik zu bezeichnen, können wir beim besten Willen nicht nachvollziehen.

Frau Spanholtz schreibt: „… sehe ich die Darstellung von Herrn Bierschwale sehr kritisch und frage mich, welche Absicht er mit dieser einseitigen und polemischen Art der Darstellung verfolgt.“ und später: „Mit der Einschätzung, Kunst und Bühne entwickle sich zu einem „SPD-Vereinsheim“, formuliert Herr Bierschwale eine Unterstellung, ohne irgendwelche Belege dafür anzuführen.“ Die Formulierung von Herrn Bierschwale, auf die sich diese Reaktion bezieht, lautet im Originaltext: „Andererseits begannen sich erste Mitglieder zu fragen, „ob Kunst & Bühne zu einem SPD-Vereinsheim umgebaut“ werden solle.“ Wo hier eine Polemik und Unterstellung auszumachen ist und was es in dem Kontext zu belegen gälte, erschließt sich uns nicht. Zudem: Die SPD-Nähe vor allem während der Aufrufphase zur Gründung eines Vereins zum Erhalt von Kunst & Bühne ist nun wirklich mehr als ein offenes Geheimnis.

Auch der Mietvertrag wurde im November 2018 von einem Vorstand unterzeichnet, der seinerzeit mehrheitlich mit SPD-Mitgliedern besetzt war. Wir sind erst aufgrund des Rücktritts eines Vorstandsmitglied mit zwei Ämtern (und nicht wie Frau Spanholtz schreibt: „nach dem Rücktritt zweier Vorstandsmitglieder“) Ende Dezember 2018 in den Vorstand berufen worden. Diese Berufung wurde von der  Mitgliederversammlung am 15. Januar 2019 bestätigt.

Es ist zutreffend, dass wir zusammen mit dem Vereinsmitglied Anja Grote vom Vorstand den Auftrag erteilt bekamen, das Veranstaltungsprofil zu entwickeln. Dieses Profil wurde unsererseits dem Verein nicht „übergestülpt“, sondern Ende Dezember 2018 sowohl vom Vorstand und den anwesenden Mitgliedern einstimmig angenommen als auch auf der Mitgliederversammlung am 15. Januar verabschiedet. Die Mitglieder bekamen monatlich ein Schreiben, das sie über aktuelle Entwicklungen informierte. Als Reaktion auf eines dieser Schreiben erhielten wir übrigens am 30.12.18 eine Mail von Frau Spanholtz, in der sie das Vorgehen des Vorstands und das Veranstaltungsprofil lobte.

Die von Frau Spanholtz gewählte Formulierung „… Schöllchen, wenngleich letztere als Schatzmeisterin nachgewählt worden war, sich jedoch auf die Programmgestaltung konzentrierte“, könnte so verstanden werden, dass Frau Schöllchen ihre Aufgabe als Schatzmeisterin zugunsten der Programmgestaltung vernachlässigte. Dies entspricht nicht den Tatsachen: Frau Schöllchen hat ihre Tätigkeit als Schatzmeisterin in keiner Form zugunsten ihrer Programmarbeit vernachlässigt. Ihre ausdrückliche Bedingung für die Annahme des Schatzmeisteramtes war, dass sie sich weiterhin in der Programmarbeit engagieren könne – damit erklärte sich der Vorstand seinerzeit einverstanden.

Was Frau Spanholtz im Folgenden schreibt, erfüllt in unseren Augen bereits den Tatbestand der Rufschädigung: „Ein verantwortlicher Umgang mit den Beiträgen der Vereinsmitglieder bedeutet jedoch die finanziellen Möglichkeiten des Vereins bei der Ausrichtung der Programmgestaltung stets mit zu bedenken, da die finanzielle Entwicklung die Zukunftsfähigkeit von Kunst und Bühne bestimmen wird. Der Verein muss zunächst seine Kosten decken, anstatt mit einem nicht bezahlbaren Programm zu glänzen. Daher ist die Nachbesetzung von Pauls als Schatzmeister notwendig, um den finanziellen Stand des Vereins zu klären und zukünftig in kompetente Hände zu legen.“

Richtig ist, dass wir das Programm dank der erfreulichen Zuschauerresonanz komplett ohne Zugriff auf die Vereinsbeiträge finanziert haben – etwas, was im Vorfeld wohl kaum jemand zu erhoffen wagte. Die größte finanzielle Belastung des Vereins stellt nicht das Programm sondern die Miete dar, die ein Programm natürlich nicht einspielen kann und durch Mitgliedsbeiträge oder anderweitig gedeckt werden muss. Aber gerade hier wurden zu Beginn – vor unserer Vorstandstätigkeit – die Weichen in einer für unser Dafürhalten verantwortungslosen Art und Weise in die falsche Richtung gestellt. Wir möchten in dem Zusammenhang darauf hinweisen, dass wir beide gemeinsam mit aktiven Mitgliedern dem Verein durch Förderanträge erhebliche Geldbeträge haben zukommen lassen. Diese Gelder sind jedoch zweckgebunden (Technik und Kinderprogramm) und können nicht für Mietzahlungen verwendet werden.

Frau Spanholtz äußert sich öffentlich namentlich über Personalien, indem sie schreibt: „Die Arbeit im Team und die Kommunikation mit dem restlichen Vorstand gestaltete sich erkennbar schwierig. Hildebrandt stellte ihre Mitarbeit vorübergehend ein, ein weiteres Vortandsmitglied Manuela Mast (Öffentlichkeitsarbeit) trat aus dem Vorstand aus, da die Zusammenarbeit mit den Programmverantwortlichen keinen Gestaltungsraum mehr zuließ.“

Wir hätten es bevorzugt, dass andere Personen öffentlich namentlich nicht eingespannt werden. Wir wissen nicht, woher Frau Spanholtz diese Einsichten gewonnen haben will. Unseres Wissens hat sie Kunst & Bühne 2019 bis zu unserem Rücktritt Ende Mai kaum betreten und auch nicht an der Mitgliederversammlung teilgenommen. Aus erster Hand kann Frau Spanholtz ihre Einsichten daher schwerlich haben. Frau Hildebrand sah sich Ende 2018 deutlicher Kritik des gesamten Vorstands ausgesetzt. Sie hat anschließend Kunst & Bühne bis Ende April 2019 weder zu Veranstaltungen noch zu Vorstandssitzungen betreten. Der Rücktritt von Manuela Mast steht auf einem gänzlich anderen Blatt als von Frau Spanholtz angegeben und hatte persönliche Gründe.

Irreführend erscheint uns folgende Formulierung von Frau Spanholtz: „Daher ist die Nachbesetzung von Pauls als Schatzmeister notwendig.“ Herr Pauls wurde in der besagten Vorstandssitzung vom 27. Mai 2019 nicht als Schatzmeister gewählt, sondern für den Aufgabenbereich „Öffentlichkeitsarbeit“, der seit dem Rücktritt von Frau Mast im März vakant war. Das von ihm heute bekleidete Amt des Schatzmeisters wurde erst durch den Rücktritt von Frau Schöllchen am 29. Mai vakant.

Wohl wahr ist, dass unser erfolgreiches, da seitens des Publikums gut angenommenes, Programm vereinsintern umstritten war. Aber nicht aus Kostengründen wie von Frau Spanholtz  dargestellt, sondern aus prinzipiellen Gründen. Herr Pauls kritisierte das gesamte Format unseres Programms angefangen von der Anzahl der Veranstaltungen bis hin zum Layout der Plakate und Flyer und der Art und Weise der Raumgestaltung. Wenn wir Herrn Pauls richtig verstanden haben, präferiert er ein Konzept mit weniger öffentlichen Veranstaltungen zugunsten geschlossener wie z. B. Betriebsfeiern. Der jetzige Vorstand hat uns schriftlich mitgeteilt, dass er über eine Neuorientierung des Vereins beraten habe und weder das bisherige Programmkonzept noch das Layout beibehalten wolle. Die Grafikerin, die die Urheberrechte hält, wäre grundsätzlich bereit gewesen, die Nutzungsrechte an den Verein abzutreten.

In unseren Augen sollte ein derart gravierender Kurswechsel nicht allein vom Vorstand beschlossen werden, sondern muss mehrheitlich von den Mitgliedern gewollt sein. Mit uns ist dieser Weg nicht machbar. Dafür sollte man bitte Verständnis haben dürfen.

Sabine Schöllchen und Birgit Nieskens
Celle, den 2. Juli 2019





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