BERGEN-BELSEN. „Zwischen Ungewissheit und Zuversicht. Kunst, Kultur und Alltag polnischer Displaced Persons 1945-1955“ lautet der Titel der aktuellen Sonderausstellung in der Gedenkstätte Bergen-Belsen, durch die am Sonntag, den 24. September 2017, eine Führung mit Dr. Thomas Rahe angeboten wird.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs befreiten die Alliierten in Deutschland etwa 8 Millionen ehemalige Zwangsarbeiter, Zivilarbeiter und KZ-Häftlinge. In den westlichen Besatzungszonen galten sie fortan als „Displaced Persons“ (DP’s), die zumeist in Sammellagern, den „DP-Camps“, untergebracht wurden. Sie sollten so schnell wie möglich in ihre Heimat repatriiert werden. Mehr als eine Million von ihnen waren Polen. Viele von ihnen verweigerten jedoch ihre Repatriierung, da der östliche Teil Polens an die Sowjetunion gefallen war und die kommunistische Regierung in Warschau ihre politischen Gegner mit Gewalt verfolgte. So saßen viele polnische DP’s auf Jahre hinaus in Lagern auf deutschem Boden fest. Trotz der schlechten materiellen Lebensbedingungen und der Ungewissheit über ihr weiteres Schicksal entwickelten die polnischen Displaced Persons zahlreiche Organisationen und ein vielfältiges Kulturleben.

Eine Sonderausstellung des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe, die noch bis zum 19. November 2017 in der Gedenkstätte Bergen-Belsen gezeigt wird, dokumentiert erstmals in Deutschland mit Originalobjekten, Dokumenten, Fotos und Videointerviews systematisch diesen wenig bekannten Teil deutsch-polnischer Geschichte. Im Rahmen einer Führung durch die Ausstellung stellt Dr. Thomas Rahe am Sonntag, den 24. September 2017 deren zentrale Themen vor und erläutert ausgewählte Exponate.

Die Führung beginnt um 14:30 Uhr im Forum der Gedenkstätte Bergen-Belsen.
Der Eintritt ist frei.

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