WARDBÖHMEN. Eine Leuchtspur längs durch den Landkreis soll symbolisch auf die geplante Hochleistungsstromtrasse Suedlink hinweisen. Flächenbesitzer aus dem Landkreis Celle und darüber hinaus haben diese Spur gestern mit den Scheinwerfern ihren Traktoren bei Einbruch der Dunkelheit hergestellt. Nördlich von Wardböhmen und bei Großmoor beteiligten sich insgesamt rund 200 Land- und Forsteigentümer mit ca. 90 Fahrzeugen an der „Lichterkette“.

Aufgerufen zu der Aktion, die von Stade bis Göttingen entlang der geplanten Trasse stattfand, hatte das Landvolk Niedersachsen. In einem 10 Punktepapier hat der Verband zusammengefasst, was er von staatlicher Seite und von der Betreiberfirma TenneT erwartet. Ein wesentlicher Punkt sind wiederkehrende Zahlungen als Entschädigungsausgleich. Karl-Hinrich Mayer aus Hoope bei Bergen erläutert, warum die Verlegung einer Höchstspannungsübertragungsleitung dies aus Sicht der Landbesitzer und -bewirtschafter erforderlich macht: „Das ursprüngliche Gefüge des Bodens ist nicht mehr da. Entwässerungseinrichtungen, aber auch Beregnungsanlagen müssen umgelegt werden.“ Hinzu komme die Wärmeabgabe der Leitungen, die sich auf das Pflanzenwachstum auswirke. Zudem müssten Behelfsstraßen angelegt werden. Welche Folgen eine solche Trasse mit sich bringt, weiß derzeit offenbar niemand so genau. “Es gibt noch nicht viel Erfahrung, auf die man zurückgreifen könnte. Als Gleichstromtrasse ist das eine der ersten”, sagt Cordula Hasenkamp-Meinheit vom Landvolk Celle.

Nördlich von Bergen wären hauptsächlich Ackerflächen betroffen, südlich auch große Forstgebiete. Auch die Forstbetriebsgemeinschaft Celler Land, Zusammenschluss der privaten Waldbesitzer, war daher bei der Aktion vertreten. Über die Breite der Schneisen, die dann auch forstwirtschaftlich aus der Nutzung fallen würden, und für die laut Landvolk wiederum Ausgleichsflächen geschaffen werden müssten, gibt es unterschiedliche Angaben. „Optimisten sagen 20 Meter, Pessimisten 100 Meter“, erklärt Jan-Hendrik Hohls, der als 1. Vorsitzender auch im Aktionsbündnis gegen Trassenneubau aktiv ist. Er verfolgt die Pläne zum Stromtrassenbau schon einige Jahre. „Vor vier Jahren wurde uns bei einer Veranstaltung mit dem Trassenbetreiber TenneT noch gesagt, Erdkabel zu legen, sei nicht möglich. Dass es jetzt keine Masten gibt, ist schon ein Erfolg“, findet der Becklinger.

Auch sein Kollege Karl-Hinrich Mayer sieht Erfolgschancen für die Landbesitzer. „Dem Netzbetreiber wird eine Rendite von 8 bis 9 Prozent versprochen. Aber für eine gerechte Entschädigung soll kein Geld da sein? Das kann man nicht glauben.“

Derzeit haben die Flächenbesitzer im Norden des Landkreises zudem die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die Trasse im Randbereich des Truppenübungsplatzes verlaufen könnte und damit auf öffentlichen Flächen. Dazu soll es in Kürze noch ein Gespräch im Verteidigungsministerium geben, zu dem der CDU-Bundestagsabgeordnete Henning Otte eingeladen hat.

Suedlink 3 Suedlink 4 Suedlink 5

Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.