HANNOVER. Die Vegetation in der Region Hannover befinde sich trotz der Dürreperioden in diesem Sommer insgesamt immer noch in einem verhältnismäßig guten Zustand. Das teilt das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) heute mit. In der Region befinde sich das Grundwasser in vielen Bereichen nahe der Erdoberfläche und die Böden besäßen eine gute Wasserspeicherfähigkeit. „Je größer der Bodenwasserspeicher und je näher das Grundwasser an der Oberfläche ist, desto besser kommen die Pflanzen durch den Dürresommer 2018“, heißt es aus dem LBEG.

So könnten die Böden der so genannten „Lössbörden“ im Süden Hannovers zwischen Barsinghausen und Pattensen bis zu 300 Liter Wasser je Quadratmeter pflanzenverfügbar speichern. „Die Pflanzen nutzen diesen großen Speicher, um die Dürreperioden zu überbrücken. Es handelt sich um sehr fruchtbare Böden. Nördlich von Hannover in der Wedemark oder bei Burgdorf ist die Wasserspeicherfähigkeit der sandigeren Geestböden mit etwa 50 bis 90 Liter pro Quadratmeter zwar deutlich geringer, jedoch befindet sich das Grundwasser hier häufig nur knapp unterhalb der Erdoberfläche, teilweise in weniger als 1,5 Metern Tiefe. Auf dieses Wasser können insbesondere ältere Baumbestände – auch bei anhaltender Dürre – durch ihre tiefen Wurzeln immer zugreifen“, so das LBEG.

Die gute Speicherfähigkeit der Böden der Börde und das oberflächennahe Grundwasser in der Region Hannover leisteten damit einen wichtigen Beitrag zur Wasserversorgung der Pflanzen – auch in der Landwirtschaft. Dennoch seien auch in unserer Region Ernteausfälle zu verzeichnen. „Die Felder mussten in diesem Jahr mit deutlich mehr Wasser beregnet werden, als in einem mittleren Jahr üblich. In den Monaten Mai bis Juli sind in Hannover Herrenhausen gerade einmal 81 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gefallen. Normalerweise sind es im gleichen Zeitraum durchschnittlich 180 Liter. Der Wasserbedarf von einem Quadratmeter Getreide beträgt hingegen 400 Liter“, bilanziert das Landesamt.

Das LBEG hat online auf seinem NIBIS Kartenserver mehrere Karten veröffentlicht, die einen guten Überblick über die Verfügbarkeit von Wasser in Niedersachsen geben. Dazu zählen unter anderem die Karten „Bodenfruchtbarkeit“, „Bodenkundliche Feuchtestufe“, „Grundwasserstufe“, „Nutzbare Feldkapazität im effektiven Wurzelraum“ und „Sickerwasserrate“. Auch zum Thema Beregnung sind Karten und die Fachanwendung „Bodenwasserhaushalt“ verfügbar.

NIBIS Kartenserver: http://nibis.lbeg.de/cardomap3/

Direktlink auf die Region Hannover: http://nibis.lbeg.de/cardomap3/?permalink=2pQ6Xhj9

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