CELLE. Der Landkreis Celle entlastet die kreisangehörigen Kommunen ab dem 1. Januar 2019 noch stärker bei den Betriebskosten für die Kindertageseinrichtungen. Das teilt heute die Kreisverwaltung mit. Im Haushaltsjahr 2018 hätten die Zuschüsse bei 18 Prozent der Personalkosten und damit bereits drei Prozentpunkte höher als 2017 gelegen. Zum 1. Januar 2019 sei eine weitere Erhöhung auf 20 Prozent geplant.

Die Aufwendungen steigen in diesem Jahr laut Kreisverwaltung voraussichtlich auf 9.252.500 Euro. Dies sei eine deutliche Steigerung gegenüber den vergangenen Jahren. 2017 lagen die Ausgaben bei 6.287.300 Euro, im vergangenen Jahr bei 7.693.800 Euro. „Die frühkindliche Erziehung, Bildung und Betreuung wird heute immer wichtiger. Wir wollen in diesem Bereich deshalb den Schwerpunkt vertiefen“, erläuterte Landrat Klaus Wiswe den Vorschlag der Verwaltung.

Höhere Zuwendungen gibt es laut Wiswe auch im Bereich der Sprachförderung. Die vorschulische Sprachförderung wurde zum 1. August 2018 aufgrund der Änderung des Gesetzes über Tageseinrichtungen für Kinder von den Grundschulen in die Kindertageseinrichtungen verlagert und soll von diesen zukünftig „alltagsintegriert“ durchgeführt werden. Für die Sprachbildung und Sprachförderung in den Kindertageseinrichtungen stellt die Landesregierung aktuell pro Kindergartenjahr 32,5 Millionen Euro für das gesamte Land Niedersachsen zur Verfügung.

Der Landkreis Celle als örtlicher Träger der öffentlichen Jugendhilfe erhält laut Kreisverwaltung vom Land eine besondere Finanzhilfe von aktuell 394.180,85 Euro für die ersten sechs Monate (die Stadt Celle habe noch als eigenständiger Träger der Jugendhilfe Mittel in Höhe von 248.242,38 Euro erhalten). Damit könne seit dem 1. August 2018 zusätzliches pädagogisches Fachpersonal eingestellt werden. Außerdem sei es möglich, bereits angestellten Fachkräften die Arbeits- oder Verfügungszeiten aufzustocken. Daneben würden die Mittel für die Qualifizierung von Fachberatung sowie Fach- und Leitungskräften einschließlich Prozessbegleitung für Kindertageseinrichtungen durch Beratung, Coaching und Supervision eingesetzt.

Der Landkreis beabsichtigt nach eigenen Angaben, 2019 eine Fachberatung für Sprachbildung und Sprachförderung einstellen. Damit soll die Umsetzung der Sprachförderung in den Alltag der Kitas im Kreisgebiet begleitet und vorangebracht werden. „Wir halten diese Stelle für sehr wichtig, denn wir müssen in diesem Bereich schnell professionelle Strukturen schaffen, um die Kinder optimal zu fördern. Dabei ist die fachliche Begleitung der Fachkräfte in den Kindergärten von hoher Bedeutung“, so der Landrat.

Die Umsetzung der alltagsintegrierten Sprachbildung und Sprachförderung sowie die Weiterleitung der Mittel an die Kindertagesstätten erfolge auf der Grundlage des „Regionalen Sprachförderkonzepts des Landkreises Celle zur alltagsintegrierten Sprachbildung und Sprachförderung in Kindertagesstätten 2018 bis 2020″. Ziel sei und bleibe eine passgenaue, in den Alltag sowie in die Lern- und Bildungsprozesse der Kindertagesstätten und im Brückenjahr integrierte Sprachbildung und Sprachförderung im Landkreis Celle. Im Kreisgebiet Celle werden insgesamt 27 Kindertagesstätten in kommunaler und 30 in freier Trägerschaft, in der Stadt Celle elf in städtischer und 20 in freier Trägerschaft betrieben.



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