Landvolk lässt „Rote Gebiete“ überprüfen - Ergebnisse werden im April erwartet

Umwelt Von Extern | am Mo., 03.02.2020 - 16:51

CELLE. Im März 2019 haben 22 Kreislandvolkverbände aus Niedersachsen das hydrogeologische Consultingunternehmen HYDOR Consult GmbH aus Berlin mit einem Gutachten zur „fachlichen Evaluierung der Ausweisung von Grundwasserkörpern“ beauftragt. Das teilt das Landvolk Celle mit. Ausgangspunkt dafür sei die seit Jahren geführte Debatte um Nitrat im Grundwasser. 

Laut den Landvolk-Verbänden untersucht das Gutachten zum einen die Plausibilität der durch den Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Niedersachsen 2015 vorgenommenen Bewertung der Grundwasserkörper hinsichtlich der Nitrat-Werte. Zum anderen prüfe HYDOR die bautechnische Qualität der Messstellen sowie der an ihnen erhobenen Messdaten. Die notwendige Datengrundlage dafür sei vom NLWKN einvernehmlich zur Verfügung gestellt worden.

Unter Verantwortung des Firmeninhabers und Geschäftsführers Dr. Stephan Hannappel untersucht HYDOR folgende Fragestellungen:
Ist das Wasserrahmenrichtlinien- (WRRL) Messnetz in Niedersachsen repräsentativ für seine gesetzlichen Aufgaben?
Ist eine Repräsentanz der Tiefenverteilung der Messstellen im oberen, großräumig zusammenhängenden Grundwasserleiter sowie der Landnutzung an der Erdoberfläche gegeben?
Ist das von Deutschland gemeldete Netz mit dem anderer EU-Mitgliedsländer vergleichbar? 
Wurde die chemische Bewertung der Grundwasserkörper Nitrat nachvollziehbar und plausibel mit Messwerten im Grundwasser durchgeführt?

Dabei gehe es auch um die sogenannte „Teilflächen“, die bei der Landesdüngeverordnung 2019 als sog. „Belastungskulisse Grundwasser“ (oder „rote Gebiete“) Verwendung fanden. Wie ist die bautechnische Qualität der Messstellen des WRRL-Messnetzes im Hinblick auf die in den technischen Regelwerken dokumentierten Anforderungen („Messstellen TÜV“)? Gehen die Probennahme- und Analysedaten mit den in DIN-Normen enthaltenen Regeln konform?

„Der Schutz des Grundwassers ist Bestandteil unseres Wirtschaftens. Bei der Debatte um Nitrat im Grundwasser erschienen uns seit Langem Daten im Zusammenhang mit dem Nitrat-Messnetz als sehr unplausibel. Aus diesem Grund haben wir Dr. Hannappel mit der Untersuchung grundlegendster Fragestellungen beauftragt, da aus unserer Sicht nur mit wissenschaftlich fundierten Informationen zu unserem Messstellennetz etwas für die Grundwasserqualität erreicht werden kann. Die Ergebnisse des Gutachtens werden wir voraussichtlich im April 2020 den beteiligten Behörden und der breiten Öffentlichkeit vorstellen können. Und dann erwarten wir uns von den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung eine zielorientierte Befassung mit den Ergebnissen“, so Christoph Düvel, Vorsitzender des Niedersächsischen Landvolks Kreisverband Celle e.V..