Landwirtschaftliches Hintergrundwissen für FDP-Politiker

Politik Von Extern | am Mi., 14.07.2021 - 18:45

LUTTERLOH. Auf Einladung des FDP-Kreisverbandes Celle trafen sich die Freien Demokraten gestern auf dem landwirtschaftlichen Betrieb von Heinfried Meyer in Lutterloh bei Unterlüß zu einem fachlichen Dialog. Im Schwerpunkt ging es um das komplexe Thema „Feldberegnung und Grundwasser“. Dazu hatten 23 Personen den Weg zur Feldhalle in Lutterloh gefunden und diskutierten eifrig mit den Vertretern der Landwirtschaft und der FDP, zu denen Anja Schulz als Bundestagskandidatin des Wahlkreises Celle - Uelzen, Dr. Gero Hocker aus Achim als Mitglied des Bundestages, Jörg Bode aus dem niedersächsischen Landtag und Vertreter des Kreisverbandes zählten.

Eingangs machte Heinfried Meyer deutlich: „Ohne Feldberegnung ist die Landwirtschaft hier nicht möglich!“ Martin Albers erläuterte als Geschäftsführer des Landvolks, Kreisverband Celle, dass Nordost- Niedersachsen zu den drei großen Beregnungsregionen deutschlandweit gehört und 80 Prozent der Ackerflächen auf Feldberegnung angewiesen seien. Cord Otte erläuterte aus Sicht des Oberverbandes Feldberegnung Celle den sorgsamen Umgang der 462 Beregner mit dem Grundwasser und zeigte künftige Optionen zur energieeffizienten und wassersparenden Möglichkeit zur Feldberegnung mit Kreisberegnungsanlagen, Tröpfchenberegnung und einer stärker standortbezogenen Bewässerung auf. Die Landwirte weisen aber auch auf den hohen Investitionsbedarf hin, der sich betriebswirtschaftlich rechnen müsse. Auch sei ein Umdenken mit Blick auf bisherige Entwässerungsanlagen und Vorfluter erforderlich, um die Feuchtigkeit zu halten. Jörg Bode hinterfragte die Entwicklung der Grundwasserkörper nach den trockenen Sommern. "Im Landkreis Celle ist die obere Grundwasserebene noch nicht ganz wieder aufgefüllt; im Landkreis Uelzen sieht die Lage besser aus", so die Antwort aus der Landwirtschaft.

In der anschließenden Diskussion ging es um die Probleme der Landwirtschaft insgesamt, besonders um die „roten Gebiete“ hinsichtlich der Nitratgehalte im Grundwasser, Messstellen und die neue Düngeverordnung. Gero Hocker mahnte ein geschlossenes Auftreten zur Interessenvertretung der Landwirte an und sagt: „Es gibt nur ganz wenige Landwirte im Bundestag, in den Landtagen und in der Verwaltung. Landwirte, bringt euch mit eurem Sachverstand stärker in die Politik ein!“.

Bei Kaffee und Kuchen, den Frau Meyer bereithielt, ging die angeregte Diskussion weiter. Dann machte Kirstin Hohls als Lehrerin an der Albrecht-Thaer-Schule BBS III Celle mit Unterstützung von Walter-Christoph Buhr aus Bergen auf die Aktion QR-Landwirt von jungen Landwirtinnen und Landwirte aufmerksam: Feldschilder mit QR-Codes liefern dem Spaziergänger, Jogger oder Fahrradfahrer Informationen, was genau an der jeweiligen Stelle wächst oder grast. Da Politiker gerne Pflöcke einschlagen, wurden die Schilder gleich vor dem Maisfeld von Heinfried Meyer platziert. Abschließend stellte Anja Schulz fest: „Der Tag heute war ein Gewinn, da er uns Hintergrundwissen geliefert hat, mit dem die politische Diskussion dieses für uns alle so wichtigen Themas erleichtert wird.“

Foto oben:  Heinfried Meyer, Walter-Christoph Buhr, Heinrich Lange, Dr. Gero Hocker, Anja Schulz, Jörg Bode (von links)