Das Licht der Welt erblickte die Vespa vor 70 Jahren. Und das in dem Landstrich Italiens, der als Synonym für mediterranes Leben gilt: der Toskana, genauer in Pontedera in der Provinz Pisa. Längst gehört die Vespa mit weltweit über 18 Millionen verkauften Exemplaren (in 150 Modellen) zu Italien wie Pizza & Pasta, Capri oder Venedig. Ihr Kennzeichen damals wie heute: breites Hinterteil, schmale Taille.

Die Vespa war bereits ein Klassiker, bevor die Automobilhersteller die Retrowelle für sich entdeckten und – als Reminiszenz an die Zeit des Wirtschaftswunders – Mini, Beetle &Co. in ihre Showrooms stellten. Apropos Beetle oder besser Käfer: Der Wolfsburger erlangte zwar ebenfalls Berühmtheit, aber nie das Prädikat „himmlisch“ wie la dolce Vespa. Sie wurde 1953 vom damaligen Heiligen Vater, Papst Pius XII., auf dem Petersplatz gesegnet. Das war übrigens auch das Jahr, in dem Audrey Hepburn und Gregory Peck in dem (heutigen) Filmklassiker „Ein Herz und eine Krone“ gemeinsam auf einer Vespa durch Rom brausten.

Zugegeben: Hollywood-Legenden werden unter den Tausenden Vespa-Fans, die im Juni mit ihren Rollern das Celler Land und die weitere Umgebung erkunden, wohl keine sein. Die versammelten Vespisti werden dergleichen auch nicht vermissen, zumal ihre VNAs, Sprints, Rallys, PX und wie die Modelle sonst noch heißen für sie die Stars sind und auf ihnen zu fahren Momente des Glücks bedeutet. Dafür werden den Teilnehmern tagtäglich unterschiedlichste Touren – jeweils von zwei Guides geführt und für maximal 28 Fahrzeuge zugelassen – angeboten. Ob Mühlenmuseum in Gifhorn, Schloss Herrenhausen in Hannover oder andere lohnende Ziele: Es wird für jeden Geschmack etwas dabei sein. Das versprechen die Macher des internationalen Events, Ingo Weise, Vorsitzender des Vespa Club Celle, und sein Mitstreiter im Vorstand, Friedemann Vorwerk.

Auf ihre Kosten werden aber auch diejenigen kommen, die einen großen Corso schätzen. Am Freitag und Samstag (23. und 24. Juni) sind zwei große Ausfahrten geplant. Sie werden, von der Polizei eskortiert, von Celle durch die Lüneburger Heide und zurück führen. Teilnehmen dürften, wie Weise und Vorwerk vermuten, jeweils einige tausend „Wespen“.

Für die diesjährigen Vespa World Days mit ins Boot geholt haben die beiden nicht nur die Landesregierung, die Spitzen der Kommunalpolitik und die Polizei sowie die örtlichen Rettungs- und Hilfsdienste. Hinter ihnen stehen außerdem die deutsche Vespa-Gemeinde, in Gestalt des Vespa Club von Deutschland, der Vespa World Club und nicht zuletzt der Erfinder des Motorrollers, Piaggio. Celle reiht sich mit dieser Veranstaltung in eine Liste von Städten wie London, Mantua, St. Tropez und im nächsten Jahr Belfast ein.

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links: Vespa PX (seit 1977), Serie "Ultima": luftgekühlter Einzylinder Zweitaktmotor, Leistung: 6,5 kW (9 PS), 90 km/h rechts: Vespa GTS (125 / 300), aktuelle Baureihe, ABS/ASR: 1-Zylinder-4-Takt-4-Ventilmotoren, Leistung: 11 kW (15 PS) oder 15,8 kW (22 PS), 103 oder 118 km/h

links: Vespa PX (seit 1977), Serie „Ultima“: luftgekühlter Einzylinder Zweitaktmotor, Leistung: 6,5 kW (9 PS), 90 km/h
rechts: Vespa GTS (125 / 300), aktuelle Baureihe, ABS/ASR: 1-Zylinder-4-Takt-4-Ventilmotoren, Leistung: 11 kW (15 PS) oder 15,8 kW (22 PS), 103 oder 118 km/h

 

Eine Antwort zu “Lebensgefühl statt Tempo”

  1. Christoph Gniadek sagt:

    Das ist ein interessanter Artikel. Ich selber bin auch schon sehr auf die Vespa World Days 2017 gespannt. Ich bin besonders gespannt auf die unterschiedlichen Touren, die von den zwei Guides geführt werden, und auf die gemeinsamen Ausfahrten. Weitere Informationen zu den Vespa World Days 2017 sind auch zu finden unter: https://www.roller-aus-blech.de/vespa-blog/vespa-world-days-celle-2017/

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