BERLIN. Bücher, Kleidung oder CDs werden schon längst online bestellt. Doch seit Kurzem erobert auch der Lebensmittelhandel das Internet und kann sich über Zuwächse freuen. Dabei stehen die Vorteile für den Konsumenten ebenso im Blickpunkt der Aufmerksamkeit wie die Anforderungen an die Händler.

Steigende Zuwächse in unterschiedlichen Ausprägungen
Wer sich bis jetzt online nach Lebensmitteln umgesehen hat, fand dabei hauptsächlich Konserven oder andere haltbare Produkte im Angebot. Seit Kurzem ist eine Trendwende festzustellen, neben regionalen Produkten boomt die Branche bei fertig zubereiteten Speisen oder sogenannten Kochboxen. Diese bieten unterschiedliche Kochboxen zur Auswahl, die auf das Essverhalten der Konsumenten abgestimmt werden können. Anbieter liefern sämtliche benötigte Zutaten sowie die passenden Rezepte auf Bestellung oder im Abo regelmäßig nach Hause. Eine weitere Option sind Bringdienste, die frische Ware auf Bestellung liefern.

Vorteile liegen auf der Hand
Im Jahr 2014 haben bereits ca. 15 Millionen deutscher Bundesbürger online Lebensmittel geordert. Dabei ging es vorwiegend nicht um Lebensmittel des täglichen Bedarfs, sondern Feinkost, Wein, Diätkost oder Süßwaren. Konsumforscher gehen nun davon aus, dass sich der Onlineumsatz von Lebensmitteln im Laufe der folgenden zehn Jahre auf 16 Prozent verdoppeln wird. Das spiegele das allgemeine Konsumverhalten deutscher Bürger perfekt wieder, denn immerhin investierten die meisten davon knapp die Hälfte ihres Einkommens für
Essen und Trinken. Laut Studie des GfK kauft jeder Zehnte der 20- bis 29-jährigen mittlerweile seine Lebensmittel online ein. Die ältere Generation hingegen bevorzugt dabei nach wie vor den Gang zum Supermarkt ums Eck.
Seine Lebensmittel online zu bestellen, bietet unterschiedliche Vorteile. Zum einen gibt es in spezialisierten Shops Lebensmittel, die im Discounter oder Supermarkt kaum zu finden sind. Ein weiteres Pro-Argument liegt natürlich in der Zeitersparnis, denn bequem von Zuhause aus, ist weder die Parkplatzsuche im Vorfeld noch die Warteschlange an der Kasse ein Faktor, der Zeit frisst. Auch die Lieferung der eingekauften Lebensmittel, direkt vor die Haustüre, bewegt viele dazu, bequem im Vorfeld die Lebensmittel für das Kochvergnügen am nächsten
Tag zu ordern.

Anforderungen an die Anbieter
Werden haltbare Lebensmittel im Internet bestellt, gibt es keine Thematik der Haltbarkeit oder der zuverlässigen Lieferung. Doch auch für frische Waren und sogar Tiefkühlprodukte haben Händler mittlerweile unterschiedliche Systeme entwickelt, um zu gewährleisten, dass die Ware ordnungsgemäß und frisch beim Kunden ankommt. Gekühlte Lieferfahrzeuge bei den Zustell- und Paketdiensten gehören da ebenso dazu wie spezielle Styroporboxen, die mit Kühlakkus oder Trockeneis ausgestattet sind. In solchen Boxen kann sogar die komplett
fertige Mahlzeit heiß und wie frisch zubereitet zum Kunden gelangen. Das individuelle Verpackungsmaterial wird dabei vom Zusteller gleich wieder mitgenommen und zum Händler retourniert, womit der Kunde nicht mit zusätzlichem Müll belastet ist. Händler von Gourmetfleisch versenden ihre Ware meist so, dass sie beim Versand noch tiefgekühlt ist, beim Eintreffen beim Kunden allerdings aufgetaut ist und sofort weiterverarbeitet werden
kann.

Klare gesetzliche Bestimmungen für die Händler
Wer als Onlinehändler Lebensmittel liefert, unterliegt den gleichen gesetzlichen Bestimmungen wie auch andere Händler, die im Internet ihre Ware anbieten. Ist das gelieferte Produkt nicht mehr frisch oder sogar verdorben, hat der Kunde individuellen Anspruch auf einen Ersatz oder zumindest die Rückerstattung der Kosten. Wenn ein Anbieter die Ware dahingehend versichert, dass sie auch beim Kunden pünktlich ankommt, haftet der Paketdienst für Verdorbenes.

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit AllyouneedFresh.

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