Verband Niedersächsischer Lehrkräfte gegen Schulöffnungen bei Inzidenz über 100

Gesellschaft Von Extern | am Di., 04.05.2021 - 17:40

HANNOVER. Zu den Öffnungen von Kitas und Schulen zum 10. Mai 2021 und zum dann möglichen eingeschränkten Regelbetrieb und Wechselunterricht bis Inzidenz 165, erklärt Torsten Neumann, Vorsitzender des Verbandes Niedersächsischer Lehrkräfte VNL/VDR: „Wir sehen in der Absicht des Kultusministers Grant Hendrik Tonne, ab 10.05.2021 weitere Schulöffnungen zu ermöglichen, eine große Gefahr für alle an Schule Tätigen und Lernenden. Die Aufgabe des bislang geltenden Inzidenzschwellenwerts zur Schließung der Schulen von 100 und die Erhöhung auf 165 können von uns zurzeit noch nicht mitgetragen werden, so sehr auch wir eine Normalisierung des Schulbetriebes herbeisehnen.

Es ist ein Trugschluss, Selbsttests als sicheres Mittel zum Schutz vor Corona anzusehen. Es handelt sich jeweils um ein Momentergebnis, das bereits kurze Zeit später anders ausfallen kann. Die Impfung der an den Schulen im Sekundarbereich I und II Tätigen ist erst angelaufen. Impfangebote und Impftermine bedeuten noch lange keinen Schutz vor Corona. Ein noch nicht vollständiger Schutz vor Corona nach einer Erstimpfung setzt erst nach durchschnittlich drei Wochen ein, so dass von einem Gesundheitsschutz an unseren Schulen derzeit nicht gesprochen werden kann. Die zunehmenden gefährlichen Mutationen des Corona-Virus haben bei der Einschätzung des Kultusministers offenbar keine Berücksichtigung gefunden.

Es ist für uns selbstverständlich, dass die Schülerinnen und Schüler keine Nachteile haben dürfen, wenn sie nach teilweise langer Abwesenheit in die Schule zurückkehren. Die Lehrkräfte vor Ort kennen ihre Schülerinnen und Schüler am besten und können verantwortungsvoll situationsbezogen auf sie eingehen. Aber auch die Landesregierung muss dafür sorgen, die während der Pandemiezeit entstandenen emotional-sozialen Defizite und psychischen Belastungen der Schülerinnen und Schüler aufzufangen und zu beheben. Hier braucht es erheblich größere Anstrengungen des Landes als bisher geschehen. Den Bund in diesem Zusammenhang in die Pflicht zu nehmen, reicht nicht aus. Der eklatante Personalmangel an unseren Schulen, sowohl bei den Lehrkräften als auch beim Unterstützungspersonal, wird es nicht leicht machen, die Probleme der betroffenen Schülerinnen und Schüler zu lösen.“

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