CELLE/BERGEN. Vor 95 Jahren wird Felice 1922 in Berlin-Tiergarten geboren, 17 oder 18 Jahre später plant sie ihre Ausreise aus Deutschland und stellt eine Liste mit Büchern zusammen, die sie mitnehmen möchte, im März 1945 verliert sich ihre Lebensspur in Bergen-Belsen, wo sie wahrscheinlich umgekommen ist, im Monat ihres 23. Geburtstages.

1994 erscheint Erica Fischers Recherche zu Felice: „Aimee und Jaguar“, 1998 folgt der gleichnamige Film. 1997 beginnt Oskar Ansull die Bücher auf dieser Liste in den Ausgaben der Zeit zu sammeln und in einen Koffer zu legen, um anhand der Bücher die Felice dahinter sichtbar werden zu lassen, was ihm seither in über 100 Lesungen bundesweit und über Grenzen hinweg gelungen ist.

Nach 20 Jahren nun soll dieser Koffer seinen Platz in der Gedenkstätte Bergen-Belsen finden. In gewissem Sinn zurückkehren zu Felice und der Inhalt nicht wieder in alle Winde verstreut werden. Einige der Bücher in dem Koffer haben weite Wege hinter sich, eines kam über Deutschland, Palästina und Israel 1998 nach Deutschland zurück, wie ein dreisprachiger Leihbüchereistempel im Buch deutlich macht.

Ort: Celler Synagoge, Im Kreise 24

Termin: Donnerstag, 9. März 2017, 19 Uhr

Referent: Oskar Ansull, Berlin

Veranstalter: Stadtarchiv Celle in Kooperation mit der Gedenkstätte Bergen-Belsen, der Jüdischen Gemeinde Celle e.V. und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Celle e.V.

Foto: Stadtarchiv Celle

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