CELLE. Zwei weitere Lesungen mit dem aus Celle stammenden und heute in Berlin lebenden Autor Oskar Ansull finden im September in Celle statt:

„Lagerliteraten oder Tote auf Urlaub – Italienische Kriegsgefangene im Celle-Lager in Scheuen 1918“ lautet der Titel einer Lesung im Rahmen der aktuellen Ausstellung „Hinter Stacheldraht“ am Donnerstag  20. September ab  19:30 Uhr im Bomann-Museum: Ansull liest (und erzählt) aus „Die Baracke der Dichter“ (2014 bei ZuKlampen erschienen) und lädt quasi in die Dichterbaracke ein, die schon 1918 eine Lagerlegende war. Drei der italienischen Offiziere sind berühmte italienische Schriftsteller geworden: Ugo Betti, Carlo Emilio Gadda und Bonaventura Tecchi. Die Anfänge ihrer Literatur gehen auf ihren Lageraufenthalt in Scheuen zurück. In einer anderen Baracke lebte der Maler und Zeichner Francesco Nonni (einige Bilder sind in der Ausstellung zu sehen) und der Dramatiker Alberto Casella, der sein Drama „La morte in vacanca“ („Der Tod macht Ferien“) im Lager entworfen hatte. Es wurde mehrmals verfilmt, zuletzt 1998 mit Bratt Pitt, Anthony Hopkins und Claire Forlani: „Meet Joe Black“. Eintritt 5 Euro (begrenzte Plätze).

„Celle ein Roman“ lautet der Titel einer Lesung am Mittwoch, 26. September, 19 Uhr, im Café „Kiess“ in Celle, Großer Plan. Oskar Ansull stellt in einer „Caféhauslesung“ einen vergessenen Celle-Roman (im Langen-Müller Verlag) und seine in Celle geborene und aufgewachsene Autorin vor. Es gibt, außer einer Reihe von Kriminalromanen, nicht mehr als eine handvoll Romane (des 19. und 20. Jahrhunderts), die eindeutig dieser Stadt zuzuordnen sind. Es ist Ansulls zweite Vorab-Lesung aus seiner Celle-Literaturrecherche: „Heimat, schöne Fremde“, die er Ende des Jahres abschließt. Es folgen noch weitere Vorab-Lesungen an ausgewählten Orten. Eintritt 10 Euro (begrenzte Platzzahl; eine Anmeldesliste liegt im Café am Tresen aus).

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