"Lichtkunst in Tropfsteinhöhle" - Neuer Bahnhofstunnel muss "restauriert" werden

Polizei + Feuerwehr Von Redaktion | am Fr., 22.01.2016 - 20:21

„Jetzt bremst die Bahn sogar den Verkehr auf der Straße aus“, ärgert sich ein Leser nach unserer ersten Eilmeldung in der Facebook-Ausgabe. Nachdem die Feuerwehr bereits mehrmals den Tunnel am Celler Bahnhof kurzfristig sperren musste, um diesen von gefährlichen Eiszapfen zu befreien, bliebt dieser auch mal nachts komplett unpassierbar. Auch heute war die Feuerwehr hier im Einsatz. Im Sommer Sperrung wegen Überflutung, im Winter Sperrung wegen Eiszapfen - und das bei einem rund 10 Mio Euro teuren Bau. Zudem kommen wegen Verzögerungen beim Bau der Kreisverkehre im Heesegebiet manche nur mit kilometerweiten Umwegen von A nach B. Die Bahn schien davon nichts zu wissen - bis CELLEHEUTE nachfragte.

Die Stadt Celle ist frustriert: „ Wir haben die Bahn mehrfach aufgefordert, nachzubessern. Es gab daraufhin eine Untersuchung der technischen Ursachen für die Undichtigkeiten. Passiert ist daraufhin offenbar nichts. Deshalb wenden wir uns jetzt schriftlich direkt an den Vorstand. Die Kosten für die Beseitigung der Eiszapfen und die Sperrungen werden wir der Bahn in Rechnung stellen müssen.“

Doch davon wollte die Bahn zunächst nichts wissen und zeigte sich anfangs überrascht. Auf Nachfrage von CELLEHEUTE erklärte sie kurz und knapp: „Die Brücke wurde neu gebaut. Aus dem Grunde läuft die Gewährleistung bis 2017. Wir werden die Ursache untersuchen und falls es sich um Gewährleistung mit der bauausführenden Firma Kontakt aufnehmen.“

Nur einen Tag später stellte sich die Situation auf erneute Anfrage unsererseits etwas anders dar. Nun zeigte man sich seitens der Bahn, als „Ergänzung zu gestern“, etwas verantwortungsbewusster:

„Ein Trupp der DB war heute früh in Celle und hat die vorhandenen Eiszapfen beseitigt“, versicherte Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. Augenscheinlich lecken aus Sicht der Bahn sechs Bauteil-Fugen. Diese Mängel im Bereich der Widerlager seien nun doch „bereits bekannt und gegenüber der Firma Wiebe als Ausführer des Bauwerks angezeigt. Doch „die Ursachenforschung gestaltet sich sehr aufwendig. Gemeinsam mit der Projektleitung wird mit Hochdruck an einer nachhaltigen Lösung gearbeitet“, so Meyer-Lovis. Aktuell werde eine Drainage vorbereitet und die Bauwerkssanierung soll „binnen der nächsten Wochen erfolgen“.

Derweil werben die LED-Lampen von Vollrad Kutscher weiter für den „Lichtkunst-Tunnel“. Organisator Robert Simon will sich zu diesem Debakel lieber nicht äußern: „Licht und Ton funktionieren,“ der Rest interessiere ihn nicht. Der Ton sei allerdings besser wahrnehmbar, je mehr Verkehr fließe. Im Sommer und im Winter bleibt’s also vorerst meist eher leise.
Foto: Peter Müller
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