HANNOVER. Identitätsmissbrauch, Phishing-Mails und professionell aufgemachte Fake-Shops: Internetkriminalität beschäftigt Strafverfolgungsbehörden und Verbraucherschützer gleichermaßen. Das Problem: Oft merken Internetnutzer gar nicht, dass sie Opfer einer Straftat geworden sind. Im Vorfeld des Weihnachtsgeschäfts informieren das Landeskriminalamt und die Verbraucherzentrale Niedersachsen über gängige Methoden und geben Tipps, wie sich Verbraucher vor Betrug und Datenmissbrauch schützen können:

Für Verbraucher ist oft schwer erkennbar, ob eine Internetseite seriös ist oder Daten abgegriffen werden. „Unser Leben ist heute digitaler als je zuvor. Erstmals sind mehr als 90 Prozent aller Deutschen ab 14 Jahren online. Die ständig fortschreitende Digitalisierung hat aber auch Internetkriminellen Tür und Tor geöffnet“, so der niedersächsische LKA-Präsident Friedo de Vries. „Darauf hat die Polizei reagiert, setzt hier einen strategischen Schwerpunkt und hat gezielt IT-Experten eingestellt, um mit professionellem Know-How der Herausforderung Cybercrime begegnen zu können.“ Gleichzeitig ist die Polizei aber auf die Bürgerinnen und Bürger angewiesen, so der LKA-Präsident: „Sichern Sie Ihren Zugang ins Internet – führen Sie regelmäßig Sicherheitsupdates durch. Und sollten Sie betroffen sein: Überwinden Sie mögliche Schamgefühle oder Zweifel, ob eine Cybertat bedeutend genug ist – erstatten Sie Anzeige! Wir sind auf Hinweise zu jedem Einzelfall angewiesen. Denn nur dann können wir Betrugsmaschen entlarven, neue Phänomene erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen treffen.“ Außerdem sei die Politik gefordert, den notwendigen rechtlichen Rahmen für die Sicherheitsbehörden zu schaffen, so de Vries. „Es braucht international einen abgestimmten Rechtsrahmen, um elektronische Beweismittel bei Providern erheben und sichern zu können.“

Neben der Strafverfolgung spielt die Prävention eine entscheidende Rolle. „Wir beobachten, dass Betrugsmaschen und Fake-Shops zunehmend professioneller aufgemacht sind“, erklärt Petra Kristandt, Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Holprige Formulierungen und fehlende Angaben in AGB oder Impressum werden seltener, die Methoden immer perfider. „Daher ist es wichtig, dass Verbraucher digitalen Angeboten gegenüber skeptisch sind, Angaben überprüfen und sensible Daten nicht leichtfertig übermitteln – auch dann nicht, wenn vermeintliche Freunde darum bitten.“ So liegen der Verbraucherzentrale einige Fälle vor, in denen Identitäten missbräuchlich genutzt oder Accounts gehackt wurden. „Für die Opfer stellt dies eine doppelte Belastung dar. Neben dem finanziellen Schaden müssen sie den Vertrauensverlust verkraften beziehungsweise die eigene Reputation wiederherstellen“, erklärt Kristandt. Die Verbraucherzentrale informiert daher regelmäßig über aktuelle Fallen und stellt verschiedene Informationsmaterialien zum Schutz vor Abzocke bereit.

Weitere Informationen zum Thema Internetkriminalität, aktuelle Fallbeispiele sowie Tipps zum Erkennen von Fake-Shops und Schutz persönlicher Daten unter:
www.verbraucherzentrale- niedersachsen.de/themen/ internet-telefon/ internetkriminalitaet
www.polizei-praevention.de
www.zac-niedersachsen.de

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