Lob für die Landfrauen bei Übergabe der Erntekrone

Kultur + Gesellschaft Von Redaktion | am Di., 14.09.2021 - 17:38

CELLE. Es gibt viele "letzte Male" derzeit für Landrat Klaus Wiswe. Er ist dieses Jahr nicht mehr zur Wahl angetreten und am 1. November, das steht seit dem Wochenende fest, wird er das Amt an Axel Flader übergeben. Deshalb nahm Wiswe heute zum letzten Mal die Erntekrone von den Landfrauen entgegen. Diesmal wurde sie von den Landfrauen Hermannsburg gebunden. „Ein bisschen Wehmut schwingt bei mir mit, denn bei Terminen wie diesen, die doch zu den sehr angenehmen Aufgaben eines Landrates gehören, fällt der Abschied etwas schwerer", sagte Wiswe.

Er bedankte sich bei Monika Merten und Heidi Böcker, Sabine Cohrs und Ingrid Dralle von den LandFrauen Hermannsburg sowie Ann-Katrin Berkhan, Vorsitzende der Kreislandfrauenverband Celle, und betonte gleichzeitig, welche wichtige Funktion sie in der Gesellschaft auf dem Land haben. „Sie bewahren die Traditionen wie das Binden der Erntekrone, sind aber gleichzeitig für die Zukunft aufgestellt und eine wichtige Stütze der Gemeinschaft auf dem Land", so Wiswe. Er verwies auf die zahlreichen Angebote wie Weiterbildung durch Fortbildung und Aktionen für den guten Zweck, bei den Landfrauen Hermannsburg zum Beispiel eine Brillensammelaktion oder Spenden an den Heimatverein und Jugendkreis.

Monika Merten, aus dem neu gewählten "Team-Vorstand" der Landfrauen Hermannsburg brachte in ihrem Grußwort Dankbarkeit gegenüber Landwirtschaft, Umwelt und Natur zum Ausdruck. „Wir sind froh, dass wir einen Beitrag im ländlichen Raum leisten können, in dem der gesellschaftliche Zusammenhalt und das Leben mit der Natur doch noch insgesamt sehr gut funktioniert." Ann-Katrin Berkhan bedankte sich beim Landvolk, Landkreis und Landrat für die gute Unterstützung: "Ich denke, wir arbeiten als gutes Team für die Gemeinschaft."

Das Binden des Kranzes drückt aus Sicht des Landrates jedes Jahr die enge Verbindung zur heimischen Landwirtschaft aus, und das habe sich auch über die zwei Jahrzehnte, in denen er Landrat war, nicht geändert. Einige Themen werden auch nach seiner Zeit bleiben, wie zum Beispiel der Klimawandel, der mit längeren Trockenphasen einhergehen könne. Da es viele Nutzer von Wasser gebe, müsse Nutzungskonkurrenzen frühzeitig, flexibel und unter Beteiligung aller Interessengruppen begegnet werden, um eine gerechte Verteilung des zunehmend knapper werdenden Lebensmediums sicherzustellen.

Der Celler Landvolk-Vorsitzende Christoph Düvel zog in seinem Grußwort eine Erntebilanz: „Endlich wieder ein Jahr mit „normalen" Niederschlägen in der Wachstumszeit und somit deutlich weniger „Beregnungsstress". Gerade die Milchviehhalter sind froh, nach mageren Jahren auf ihren Grünlandflächen erfreuliche Erträge geerntet zu haben und erwarten dies auch für den Mais. Das eher kalte Frühjahr und eine kurze Hitzeperiode im Juni hinterließen im Getreide ihre Spuren. Im Wintergetreide lassen die Kornqualitäten Wünsche offen und die Erträge bleiben zumeist auf unterdurchschnittlichem Niveau. Die Kartoffeln und die Zuckerrüben scheinen nach einem verhaltenen Start im Wachstum aufgeholt zu haben." Glücklich seien diejenigen, die kein Futtergetreide zukaufen brauchen oder freie Erntemengen aufgrund der guten Nachfrage zurzeit gut verkaufen könnten. Mager seien hingegen die Preise für Milch und Fleisch. Dies und viele zusätzliche und neue Auflagen trübten die Freude in diesem Jahr.

„Nicht nur die Genehmigung von Beregnungswasser, auch Umweltprojekte, Baugenehmigungen und alle Aktivitäten in der Fläche erfordern eine gute Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Landkreis. Für die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit, gerade mit Landrat Wiswe, möchten wir uns bedanken", sagte Düvel. Etwa bis November wird die Krone jetzt das Foyer des Kreistages zieren. Sie wird dann schon durch den Adventskranz abgelöst.

Foto: Bei der Übergabe der Erntekrone (von links): Christoph Düvel, Heidi Böcker, Ann-Katrin Berkhan, Sabine Cohrs, Carsten-Wilhelm Drewes, Ingrid Dralle, Monika Merten und Landrat Klaus Wiswe.