CELLE. „Wir haben einen jahrelangen Streit in drei Wochen befriedet“, freut sich Celles Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge. Besiegelt ist dieser Frieden noch nicht, aber zumindest ist der Vorschlag vom Verwaltungsausschuss überwiegend wohlwollend aufgenommen worden. Daraufhin zogen sogar die bisher größten Gegner einer Pacht für Kleingärtner, die Unabhängigen, ihren Antrag zurück. Sie glaubten, dass der Verwaltungsaufwand höher sei als der Pachtertrag.

Mehrere Jahre wehrten sich Celler Kleingärtner dagegen, eine Pacht für ihre Parzellen zu bezahlen. Doch ein Prüfauftrag im Haushaltssicherungskonzept (HSK) wollte wissen, ob Kleingärtner über Gebühren mit 45.000 Euro zum Abbau des Schuldenberges beitragen können. Der von OB Nigge vorgeschlagene Kompromiss sieht nun vor, dass die Kleingärtner 10 Cent pro Quadratmeter zahlen und zusätzlich Beiträge an die Landwirtschaftskammer, für die bislang die Stadt aufkam.

Damit nehme die Stadt etwa 24.000 Euro ein. Der Clou ist der Vorschlag für einen dauerhaften Frieden: In dem Kompromiss enthalten sei eine automatische Preisanpassungsklausel, die alle fünf Jahre erfolgt. Das Eintreiben der Beiträge solle über den Bezirksverband laufen. Dazu solle der Verband einmal jährlich die Quadratmeterzahl mitteilen, woraufhin die Stadt den Bescheid erstellt. „Das sind gut zehn Minuten Verwaltungsaufwand“, ist Nigge überzeugt.

Dem OB war nicht nur das Ringen um Ein- und Ausgaben wichtig, sondern „vor allem einen gesellschaftspolitischen Kompromiss zu finden, indem wir die Kleingärtner mitnehmen.“ Der Kompromiss, der auch mit einer Ausnahme „von den stärksten Kritikern mitgetragen werde“, so Nigge, sei gemeinsam mit Vertretern der Kleingärtner gefunden worden. Diese müssten den Vorschlag allerdings noch abschließend beraten.

Nach CelleHeute-Informationen ist einzig die SPD gegen diesen Lösungsvorschlag – weniger aus sachlichen Gründen, sondern weil Nigge das Thema an sich gerissen habe, anstelle den Rat einzubinden. Nigge hofft daher, dass bis zur endgültigen Abstimmung im Verwaltungsausschuss keine Parteipolitik auf dem Rücken der Kleingärtner ausgetragen werde.

Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.