BERLIN/CELLE. „Endlich sind die Irritationen der letzten Wochen vom Tisch und alle Beteiligten ziehen wieder an einem Strang“, freut sich die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann. Verkehrsministerien von Bund und Land, die DB und der Projektbeirat Alpha-E haben sich laut Lühmann am Freitag in Celle unmissverständlich zu den Bedingungen des Abschlussberichtes das Dialogforums Schiene Nord bekannt.

„Die im Bundesverkehrswegeplan festgeschriebenen Bedingungen gelten. Zusätzliche Gleise wird es nicht geben – ebenso wenig eine Rückkehr zu längst verabschiedeten Planungen von Neubautrassen oder gar zur Y-Trasse. Ich freue mich über die klaren Worte aus den Ministerien und von der DB und hoffe, dass auch im fairen Gespräch mit den Kritikern des Alpha-E ein belastbarer Konsens hergestellt werden kann. Mit dem Streuen von Gerüchten ohne Grundlage muss es endlich vorbei sein“, fordert Lühmann.

Nach dem Treffen hatten Bund, Bahn, Land und Projektbeirat in einer gemeinsamen Presseerklärung ihre Übereinkunft so formuliert:

Vor drei Jahren wurde auf Basis des Dialogforums Schiene Nord der Ausbau der Schienenstrecken zwischen Hannover und Hamburg/Bremen als das „Optimierte Alpha-E + Bremen“ in den Bundesverkehrswegeplan und den Bedarfsplan des Bundesschienenwegeausbaugesetzes aufgenommen. Damit wurden die Planungen für die Y-Trasse beendet. Mit dem heutigen Statustreffen hat der Projektbeirat Alpha-E nun alle Teilnehmer über den aktuellen Umsetzungsstand des Alpha-E und die weitere Zusammenarbeit mit Bahn, Bund und Land informiert.

Rund 100 Vertreter von Landkreisen, Kommunen, Bürgerinitiativen und beteiligten Partnern aus dem damaligen Dialogforum Schiene Nord sind in Celle zusammengekommen. Vorausgegangen waren in den letzten Monaten erhebliche Irritationen hinsichtlich der Planung zusätzlicher Gleise zwischen Hamburg und Hannover, die weder dem Konsens des Dialogforums Schiene Nord noch dem Bundesverkehrswegeplan (BVWP) entsprachen. Das Ausräumen dieser Irritationen und der Konsens über die zukünftige Zusammenarbeit standen deshalb im Vordergrund der Veranstaltung.

Die Forderung des Projektbeirates nach deutlich mehr Transparenz wird von allen Beteiligten erfüllt. Nur hierdurch wird die größtmögliche Akzeptanz für die Umsetzung des Vorhabens erzielt werden können. Als nächster Schritt wurde das weitere Vorgehen zur Gestaltung des dreigleisigen Ausbaus Lüneburg-Uelzen unter Berücksichtigung alternativer Laufwege verabredet. Dieser von der DB Netz AG als Vorhabenträgerin moderierte Prozess wird entsprechend der Verständigung zwischen Bund, Niedersachsen und Projektbeirat mit ggf. weiteren Projektbeteiligten gestaltet.

Alle Schritte und Ergebnisse werden transparent veröffentlicht. Die Umsetzung des Projekts Alpha-E zeichnet sich durch die Einbeziehung besonderer Anliegen der Region aus. Das Treffen der Beteiligten diente auch dazu, die bisherige Planung zu analysieren und den weiteren Handlungsbedarf zur Umsetzung dieser Forderungen zu benennen. Das betrifft zum Beispiel einen erweiterten Lärmschutz oder die Gestaltung und Finanzierung von Bahnübergängen.

„Wir stehen zum Vorhaben und sind überzeugt, dass wir mit diesem Prozess der konstruktiven Zusammenarbeit das Alpha-E entsprechend der Ergebnisse des Dialogforum Schiene Nord und der Beschreibung im Bundesverkehrswegeplan erfolgreich entwickeln und anschließend umsetzen können“, sind sich Enak Ferlemann (Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, BMVI), Dr. Bernd Althusmann (Niedersächsischer Verkehrsminister), Frank Limprecht (Leiter Großprojekte, Regionalbereich Nord, DB Netz AG) und die beiden Sprecher des Projektbeirates, Dr. Peter Dörsam und Joachim Partzsch, einig. Der Niedersächsische Verkehrsminister Dr. Bernd Althusmann betonte: „Das Alpha-E ist das wichtigste Schienenprojekt in Niedersachsen, das wir gemeinsam und auf Basis des Konsens des Dialogforums Schiene Nord voranbringen wollen.“



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